Plattdeutsche Erstaufführung Zuckowski-Musical zum runden Jubiläum
Das Niederdeutsche Theater Aurich feiert im April seinen 100. Geburtstag. Anlässlich des großen Tags führt die Bühne ein neues Stück auf – mit dem Titel „De lüttje Dag“.
Aurich - Eigentlich ist der 24. April 2023 für das Niederdeutsche Theater Aurich ein großer Tag. Denn an dem Tag feiert die Bühne ihren 100. Geburtstag. Und ausgerechnet zu diesem runden Jubiläum will das Ensemble ein Musical mit dem Titel „De lüttje Dag“ aufführen? Das Ganze hat mitnichten etwas mit falscher Bescheidenheit zu tun. Verspricht es doch eine in vielerlei Hinsicht großartige Inszenierung zu werden.
Grundlage ist das von Rolf Zuckowski und Hans Niehaus komponierte Kindermusical „Der kleine Tag“, welches wiederum auf einer Kurzgeschichte von Wolfram Eicke aus dem Jahre 1988 basiert. Die Uraufführung fand 2002 in Wittenberg statt. Seitdem ist das Stück mit Preisen ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt worden. Bisher existierte allerdings noch keine plattdeutsche Version. Die hat nun die Theaterpädagogin Herma Cornelia Peters besorgt. Sie ist gleichzeitig die Regisseurin der Auricher Inszenierung, bei der es sich also um eine niederdeutsche Erstaufführung handelt. Die Anregung zum Jubiläumsstück bekam sie von Tillmann Kleemann-Anders, der als Musiklehrer an der IGS Krummhörn-Hinte unterrichtet und dort bereits diverse Theaterprojekte auf die Beine gestellt hat. Er ist gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter aber ebenso der Auricher Bühne freundschaftlich verbunden und unterstützt sie regelmäßig, zum Beispiel als Ton- und Lichttechniker.
Persönliche Begegnung mit dem Komponisten
Das Musical „Der kleine Tag“ hat für Tillmann Kleemann-Anders eine besondere Bedeutung. Er hat zu eigenen Schulzeiten als Achtklässler selber darin mitgespielt und dabei einen der Komponisten, nämlich Hans Niehaus, persönlich kennengelernt. „Dieser Mann ist der Grund dafür, dass ich überhaupt Musiklehrer geworden bin“, erinnert sich Kleemann-Anders, der anschließend noch bei einigen weiteren Inszenierungen des Musicals mitgewirkt hat. Die Auricher Aufführung, die er als musikalischer Leiter und Regieassistent betreut, ist für ihn trotzdem eine neue Herausforderung. „Ich habe bei diesem Stück bisher immer nur mit Kindern gearbeitet“, erklärt der Pädagoge. „Jetzt ist es das erste Mal, dass Erwachsene mitmachen.“
Neben fünf Kindern und Jugendlichen werden sieben „große“ Mitglieder vom Ensemble des Niederdeutschen Theaters Aurich auf der Bühne stehen. Hinzu gesellt sich eine fünfköpfige Live-Band. Das Altersspektrum erstreckt sich über vier Generationen. Jüngste Darstellerin ist die achtjährige Deetje Kleemann, die Tochter des musikalischen Leiters. Dieser Tage gerade sein 85. Lebensjahr vollendet hat Willi Arends, der in „De lüttje Dag“ den Erzähler verkörpert.
Die Philosophie des Stücks ist zeitlos
Generationsübergreifend und zeitlos ist auch die Philosophie des Stückes. Die Tage sind darin Lichtwesen, die nur ein einziges Mal zu einem bestimmten Datum auf die Erde dürfen und danach zurück an ihren angestammten Platz am Sternenhimmel müssen. Angesagt sind vor allem die Tage, die spektakuläre Dinge erleben und davon erzählen können. Für den kleinen Tag läuft es nach seiner Rückkehr zunächst nicht so gut. Aber das ist zum Glück nicht das Ende der Geschichte.
Wie sie ausgeht, können interessierte Theater-Fans erstmalig bei der Premiere von „De lüttje Dag“ erleben. Die findet am 22. April ab 19.30 Uhr im Haxtumer Speicher statt. Danach gibt es neun weitere Aufführungen. In der deutschen Originalversion des Musicals ist das Datum, an dem der kleine Tag die Erde besucht, übrigens der 23. April und damit ziemlich nahe dran am offiziellen Gründungsdatum des Niederdeutschen Theaters Aurich. Der Kartenvorverkauf für das Stück startet ab dem 10. März. Aktuelle Informationen gibt es unter www.ndt-aurich.de.