Landesbehörde fehlt Geld Heiß ersehnter Ausbau der L14 bei Timmel muss Ehrenrunde drehen
Schon seit vorigem Sommer kommt man auf der Landesstraße 14 bei Timmel nur noch mit Tempo 50 voran. Nun wird die geplante Sanierung verschoben – wie lange?
Großefehn/Aurich - Die Pläne zur Sanierung der maroden Landesstraße 14 zwischen Timmel und über Hatshausen bis an den Rand von Warsingsfehn sind eigentlich ausgearbeitet, liegen quasi fertig in der Schublade. Allerdings zeichnet sich ab, dass sie – sprichwörtlich gesprochen – darin nun erst einmal noch Staub ansetzen können. Anders als erhofft rechnet der Chef der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aktuell damit, dass es für das Projekt in diesem Jahr schlicht kein Geld geben wird.
Was und warum
Darum geht es: Die für dieses Jahr geplante Sanierung der L14 bei Timmel wurde verschoben.
Vor allem interessant für: Alle, die die stark frequentierte Strecke zwischen Moormerland und Aurich nutzen
Deshalb berichten wir: Im Vorjahr hatte der Chef der Landesstraßenbaubehörde angedeutet, dass im Februar/März dieses Jahres klarer sei, ob die seit Langem erhoffte Sanierung der L14 in diesem Jahr angepackt werden kann. Deshalb haben wir nachgefragt. Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de
„Wir wissen noch nicht genau, wie viel Geld uns das Land in diesem Jahr zuweisen wird. Wir sind immer noch in Gesprächen, bei denen es auch um die Priorität von Projekten geht“, sagt Frank Buchholz. „Doch angesichts der Kosten, mit denen wir für dieses Projekt grob rechnen, kann man jetzt schon sagen, dass die Sanierung in diesem Jahr nicht kommen kann.“ Die Kosten belaufen sich „in jedem Fall auf mehr als eine Million Euro“, sagt Buchholz. „Wir wissen auch, dass die Notwendigkeit einer Sanierung bei dem Straßenabschnitt wächst. Aber bei den geringen Haushalts-Ansätzen, die wir in diesem Jahr zur Verfügung haben, ist es besonders schwierig, so ein Vorhaben durchzusetzen und umzusetzen.“
Seit vorigem Sommer nur noch Tempo 50 bis Timmel
Vom Ortsausgang in Timmel bestenfalls bis kurz vor Warsingsfehn soll die Sanierung eigentlich erfolgen. Zusätzlich soll der abgesackte Radweg im Timmeler Ortskern nahe der Einmündung der Ulbarger Straße in dem Zuge repariert werden. Während auf dem Streckenabschnitt zwischen der Brücke übers Fehntjer Tief in Timmel und dem Ortseingang von Hatshausen über lange Jahre Tempo 100 erlaubt war, wurde die Höchstgeschwindigkeit schon vor zwei Jahren auf 70 Stundenkilometer reduziert. Im vorigen Sommer sah sich die zuständige Straßenmeisterei gezwungen, das Tempo aus Sicherheitsgründen noch weiter auf 50 zu drosseln, weil Teile der Fahrbahn versackt sind, sich wölben und sie immer wieder von Rissen durchzogen ist. Am liebsten hätte die Landesbehörde die Aufgabe der Sanierung schon im Vorjahr angepackt. Mindestens bis zum Sommer kommenden Jahres werden die Fahrzeuge nun erst einmal weiter mit 50 Sachen über die Holperpiste fahren müssen.
„Ein bisschen Wellaform“ nannte Buchholz deren Zustand halb im Scherz im vorigen Jahr. Um das zu richten, soll zumindest die Asphalt-Tragschicht abgefräst und erneuert werden. Die Schottertragschicht darunter soll ob der vielen Versackungen auf moorigem Grund ebenfalls ersetzt werden und dem eigentlichen Straßenprofil wieder angepasst werden. Ganz grundsätzlich wäre wegen der schwierigen Bodenverhältnisse auch ein noch grundlegenderer Neuaufbau nötig. Doch wäre dies noch um einiges teurer als die aktuell geplanten Verbesserungen – und schon für die fehlt aktuell ja das Geld. Hinzu kommt zeitlich einengend, dass die Reparaturen binnen der Sommerferien erledigt sein müssten, weil die Strecke auch von Schulbussen befahren wird – und Ausweichstrecken in dem Gebiet fehlen. Wegen der geringen Breite der Straße ist eine Vollsperrung, so die Sanierung irgendwann kommt, laut Buchholz in diesem Fall unumgänglich.
Gemeinde hofft weiter
Buchholz versichert: „Wir bleiben auf jeden Fall dran und versuchen, wo wir können, die entsprechenden Mittel einzuwerben. Natürlich werden wir auch im kommenden Jahr die L14 wieder als vordringliches Projekt in die Beratungen einbringen. Dass wir da ranmüssen, ist uns sehr bewusst. Wir wollen ja auch.“ Wie das für den Straßenerhalt zuständige Land seinen Haushalt für 2024 aber aufstellen und ausstatten wird, „ist noch überhaupt nicht abzuschätzen“, sagt Buchholz.
Dass das Projekt auf der auch bei Urlaubern beliebten Landesstraße 14 in diesem Jahr nun doch nicht kommt, sorgt bei der Gemeinde Großefehn durchaus für Enttäuschung. „Das ist natürlich schade, denn das ist eine für uns sehr wichtige Straße“, sagt Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) auf Anfrage. „Wir nehmen das mit Bedauern zur Kenntnis und uns bleibt jetzt erst einmal zu hoffen und Daumen zu drücken, dass es im kommenden Jahr dann endlich klappt.“ Auch Buchholz als Chef der Auricher Behörde „kann ja nur mit dem Budget arbeiten, das ihm zur Verfügung steht“, zeigt Adams zugleich Verständnis. „Um die Notwendigkeit weiß er, das Bemühen sehen wir auch. Trotzdem wäre es natürlich schön, wenn die Sanierung umgesetzt werden kann – aus unserer Sicht am liebsten möglichst bald.“