Schwerin  Air Defender 2023: Großes Nato-Luftmanöver über Norddeutschland geplant

Thomas Volgmann
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Von Thomas Volgmann
| 07.03.2023 04:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Polnische und amerikanische Flugzeuge bei einer Nato-Luftwaffenübung im vergangenen Jahr in Polen. Foto: Ssgt Danielle Sukhlall/U.S Air
Polnische und amerikanische Flugzeuge bei einer Nato-Luftwaffenübung im vergangenen Jahr in Polen. Foto: Ssgt Danielle Sukhlall/U.S Air
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Die Nato plant eine große Luftoperationsübung über Norddeutschland: Im Juni trainieren 210 Militärflugzeuge im deutschen Luftraum – vorrangig über Nord- und Ostsee.

Im Bundesverteidigungsministerium spart man in diesen Tagen nicht mit Superlativen. „Air Defender 2023 wird die bis dato größte Luftoperationsübung seit Bestehen der Nato“, sagte ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage unserer Redaktion. Vom 12. bis 23. Juni 2023 werden 210 Kampf-, Transport- und Betankungsflugzeuge der Nato die Luftverteidigung über Deutschland trainieren. Die Hälfte der Maschinen kommt aus den USA. Ihre Verlegung von Amerika nach Europa ist ein wichtiger Teil des Manövers. Insgesamt werden etwa 10.000 Soldaten aus 18 Staaten erwartet.

Eine wichtige Rolle spielen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Große Teile des Luftraums über der Ostseeküste und dem Binnenland werden in den Übungszeiträumen für die zivile Nutzung gesperrt oder sind nur eingeschränkt nutzbar. Betroffen ist unter anderem auch der Luftraum über Schwerin, Rostock, Stralsund, Rügen und der Mecklenburgischen Seenplatte. Derzeit bekommen zivile Flugvereine und -unternehmen Schreiben der Luftwaffe mit Vorabinformationen und dem dazugehörigen Kartenmaterial.

Darin werden die Angeschriebenen über Luftraumsperrungen während der Manöver im Juni informiert. „In den beschriebenen Übungsgebieten sind mit Ausnahme der an der Übung beteiligten Luftfahrzeuge alle Flüge einschließlich des Betriebs von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen untersagt“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Von den Flugbeschränkungen ausgenommen sind Flüge der Polizeien des Bundes und der Länder, Flüge im Rettungs- und Katastrophenschutzeinsatz sowie Ambulanzflüge.  

„Die Bundeswehr ist bestrebt, die Belastungen für die Bevölkerung und den zivilen Luftverkehr so gering wie möglich zu halten“, heißt es weiter in dem Schreiben. Gänzlich werde sich dies aber nicht vermeiden lassen. „Wir trainieren deshalb vorrangig über der Ostsee und der Nordsee und weniger über bewohnten Gebieten“, sagte der Sprecher im Verteidigungsministerium. Nachts und am Wochenende werde nicht geflogen. Die Flugzeuge starten vor allem von den Militärbasen in Jagel und Hohn in Schleswig-Holstein, in Laage in Mecklenburg-Vorpommern, Wunstorf in Niedersachsen sowie Lechfeld in Bayern.

„Die Reaktionsfähigkeit und die gemeinsame Stärke in der Luft sollen trainiert und demonstriert werden“, teilte die Bundeswehr mit. Die „Zeitenwende“ erfordere verstärkte militärische Übungstätigkeiten, um Sicherheit zu gewährleisten. „Geübt wird neben der schnellen Verlegung von 100 Flugzeugen aus den USA nach Deutschland auch der gemeinsame Einsatz mit den europäischen Verbündeten zur Verteidigung des NATO-Luftraumes“, heißt es im Schreiben an die zivilen Flugverbände.

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