Mehr als acht Jahre Haft Bad Zwischenahner verkaufte 14-Jährige zum Vergewaltigen
Das Landgericht in Oldenburg hat den 43-Jährigen auch noch wegen anderer Delikte verurteilt. Die Vorsitzende Richterin war geschockt aufgrund der Taten.
Bad Zwischenahn/Oldenburg - Im Prozess um das massenhafte Einschleusen von Ausländern in die Bundesrepublik und die Vergewaltigung eines 14-jährigen deutschen Mädchens ist ein 43-jähriger Syrer aus Bad Zwischenahn am Mittwoch zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt worden.
Die 4. Große Strafkammer des Oldenburger Landgerichtes unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm sprach den Angeklagten am Mittwoch des Einschleusens von Ausländern in 20 Fällen, Abgabe von Drogen an Minderjährige in mehreren Fällen und des besonders schweren sexuellen Missbrauchs einer 14-Jährigen schuldig.
Geringere Strafen die für Mitangeklagten
Zwei mitangeklagte Syrer aus Bad Zwischenahn, die sich nur wegen des Einschleusens von Ausländern vor dem Gericht verantworten mussten, kamen noch mit Gefängnisstrafen von drei Jahren und drei Monaten beziehungsweise mit sieben Monaten Haft auf Bewährung davon. Letzterer hatte nur geringen Anteil an den Transporten, mit denen Syrer und Iraker über die deutsch-österreichische Grenze geschleust worden waren. Die Geschleusten seien teilweise wie Vieh in Transporter gepfercht worden, sagte Richterin Blohm in der Urteilsbegründung.
Pro Person hatten die Geschleusten rund 1000 Euro zahlen müssen. Das Geld war zuvor an die Buchhalter der Bande in der Türkei zu überweisen gewesen. Etliche Fahrten konnten deutsche Ermittler stoppen. Die Schleuserfälle waren in dem Prozess das eine. Der zweite Tatkomplex, der nur dem Hauptangeklagten angelastet wurde, hatte dann den Prozessbeteiligten alles abverlangt. Es ging um das 14-jährige Mädchen. Das hatte sich in einen 20-jährigen Syrer verliebt. Doch der verkaufte es den Feststellungen zufolge an den 43-jährigen Landsmann.
Mädchen wurde unter Drogen gesetzt
Das Mädchen wurde in der Wohnung des Angeklagten in Bad Zwischenahn unter Drogen gesetzt und vergewaltigt. Auch weitere Männer aus dem Haus des 43-Jährigen sollen das Mädchen vergewaltigt haben. „Armselig und beschämend“, stufte Richterin Blohm das grauenvolle Geschehen ein. Die 14-Jährige sei zu einem Objekt degradiert worden. Der 20-Jährige hatte seine Freundin nach Bad Zwischenahn gefahren und bei dem 43-Jährigen gegen Geld gelassen.
Die 14-Jährige hatte große Angst. Sie rief bei ihrem Freund an und bat, abgeholt zu werden. Der 20-Jährige holte sie aber nicht ab. Dann wurde die 14-Jährige brutalst vergewaltigt. Als sie das in den Akten gelesen habe, habe sie Tränen in den Augen gehabt, sagte am Mittwoch die Vorsitzende Richterin Judith Blohm.