Aufwertung des Gewässers Wie der Greetsieler Badesee vom Jufa-Hotel profitieren könnte
Wer in Greetsiel am Badesee schwimmen gehen möchte, vermisst Umkleiden, Toiletten und einen Kiosk. Auch eine Badeaufsicht gibt es nicht. Das könnte sich demnächst vielleicht ändern.
Greetsiel - Mit dem möglichen Bau des Jufa-Hotels in Greetsiel ist auch die Aufwertung des Badesees wieder ins Gespräch gekommen. Bislang ist dieser nämlich kaum erschlossen – obwohl er bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt ist. Es gibt keine Sanitäranlagen, Umkleidekabinen oder ein gastronomisches Angebot. Zudem waren in dem See in der Vergangenheit immer wieder Blaualgen festgestellt worden. Was sagt die Greetsiel Touristik zum aktuellen Stand der Dinge?
„Es wäre aus touristischer Sicht natürlich toll, wenn wir den See besser nutzen könnten“, sagt Geschäftsführer Benjamin Buserath. Auch er bedauert, dass es am Badesee keinerlei Infrastruktur gibt. „Die Gäste fragen uns danach und regen auch an, dass der besser erschlossen werden könnte“, sagt er. Aktuell sei das aber nicht in Aussicht, „auch, wenn wir uns das wünschen würden.“ Der Grund dafür sei sicherlich finanzieller Natur, da es aktuell nicht einmal die nötigen Versorgungsleitungen gebe. Optimal wären aus seiner Sicht Sanitäranlagen, Umkleidekabinen, ein Kiosk und eine Betreuung durch die Deutsche Lebensretter Gesellschaft (DLRG), da es bei dem See aktuell keine Badeaufsicht gibt.
Jufa würde Aufwertung erwarten
Die Aussichten für die Aufwertung des Badesees sind laut Benjamin Buserath durch die Gespräche um das Jufa-Hotel gestiegen. „Für Jufa ist so ein Badesee natürlich nicht unattraktiv“, sagt der Geschäftsführer. Der geplante Standort für das Hotel befindet sich zwischen Deichlinie und der Straße Zur Hauener Hooge. 90 Zimmer sollen dort geschaffen werden. Jufa würde demnach von der Gemeinde erwarten, dass sie den See beim Bau des Hotels aufwertet und die nötige touristische Infrastruktur schafft. Unterstützung gab es dafür unter anderem auch in der Sitzung des Infrastrukturausschuss Anfang März. „Wir finden das Jufa-Konzept grundsätzlich gut“, sagte damals etwa CDU-Fraktionschef Roelf Odens. Man müsse auch den Badesee mit in die Planung einbeziehen.
„Auch die Blaualgen sind immer mal wieder Thema“, sagt Benjamin Buserath. Vergangenen Sommer waren in dem Gewässer mehrfach die gesundheitsschädlichen Bakterien nachgewiesen worden. Blaualgen vermehren sich vor allem bei warmem Wetter. Sie können bei Menschen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, gerötete Augen und Atemnot auslösen.
Lösungen für Blaualgen in Sicht
Der Landkreis Aurich erklärte dazu im Sommer: „Blaualgen kommen hauptsächlich in Binnengewässern vor. Bei nährstoffreichen Gewässern und bei schwankenden Temperaturbedingungen kann es hier durchaus zu einer Algenblüte kommen.“ Sollte der See tatsächlich aufgewertet werden, „gäbe es da Lösungen“, sagt Benjamin Buserath. Etwa in Form von Unterwasserturbinen oder durch eine externe Sauerstoffzugabe. Das alles ist aktuell aber noch Zukunftsmusik.
Der Badesee entstand durch die Eindeichung der seit Ende 1994 unter Naturschutz stehenden Leyhörn. Im Greetsieler Nacken wurde laut Badegewässer-Atlas zwecks Binnenentwässerung ein 360 Hektar großes Areal eingedeicht. Auf natürliche Weise entstand dabei laut Badegewässer-Atlas der rund acht Hektar große Süßwassersee. Der See hat eine maximale Tiefe von ungefähr 2,5 Metern.
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