Start in die Saison Grillweltmeister gibt Tipps für besseren Grillgeschmack
Marco Greulich ist Grillweltmeister. Am Samstag kommt er nach Rhaudermoor und zeigt sein Können. Vorab gibt er hier für Tipps, mit denen das Zubereiten besser gelingt.
Rhaudermoor/Wiesmoor - Grillen ist vermutlich nicht nur eine der ältesten Formen der Lebensmittelzubereitung, sondern liegt auch im Trend. Rund neun von zehn Deutschen essen gerne Gegrilltes. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Statistiker von YouGov aus dem Jahr 2020. Und laut Statista beginnt die Grillsaison für die meisten im März (15,5 Prozent) oder April (28,6 Prozent).
Einer, der weiß wie Speisen auf dem Grill am besten gelingen, ist Marco Greulich aus Wiesmoor. 2008 wurde der Ostfriese in Belgien Grillweltmeister. Er ist am Samstag bei Northcoast BBQ in Rhaudermoor beim Saisonauftakt zu Gast. Was macht ein Grillweltmeister besser als viele andere? Wir haben Greulich nach fünf Tipps gefragt, die auch für Anfänger am Rost geeignet sind.
Tipp 1: Deckel nutzen
„Ich grille mit einem Deckel“, sagt der 46-Jährige aus Wiesmoor, der unter anderem für den Keramikgrill-Hersteller Monolith arbeitet und wirbt. Wer aber nur gelegentlich an einem herkömmlichen dreibeinigen Grill aus dem Baumarkt sein Essen zubereitet, könne sich auch mit einer Edelstahlschüssel behelfen. „Damit kann man die Hitze einfangen und mit indirekter Hitze grillen“, sagt Greulich. Das Fleisch gare so gleichmäßiger und bleibe saftiger. Die Technik sorgt für deutlich mehr Möglichkeiten als nur das typische dünne Stück Fleisch oder die Wurst. „Man kann sogar einen kleinen Braten zubereiten.“
Tipp 2: Hitzezonen
„Die meisten grillen nur mit einer Hitzezone und dann viel zu heiß“, sagt Greulich. Zwei Anzeichen dafür, dass der Grill zu heiß ist, seien das das Grillgut schnell schwarz werde und man Abstand halten müsse. Am Herd, wo es meist einen Drehregler gibt, würde ja auch mit unterschiedlichen Temperaturen gekocht. Auch auf kleinen Grills lasse sich leicht mit drei Hitzezonen arbeiten. Da sei die Menge der Kohle wichtig. Er teile sich das so auf: ein Bereich mit mehr Kohle zum Angrillen, ein Bereich mit wenig Kohle zum fertiggrillen und eine Stelle ganz ohne zum Warmhalten.
Tipp 3: Gutes Fleisch
Das Fleisch ist das Entscheidende, sagt Greulich. Viele würden marinierte Steaks und ähnliche Sachen kaufen. Eines der Probleme sei dann, dass die Qualität des Essens schwer erkennbar sei. Er kaufe sich das Grillgut bei einem Händler des Vertrauens und mariniere es selbst. Eine eigene Marinade sei schnell gemacht und biete auch die Möglichkeit sich ganz nach dem eigenen Geschmack auszuprobieren. Öl, Salz und Pfeffer seien die Grundlage, dazu empfehle er etwa Knoblauch und Rosmarin. Damit werde das Steak dann eingerieben. Eine halbe Stunde einwirken lassen reiche schon. Das Fleisch (weil es aus Wasser besteht) verbindet sich nur oberflächlich mit der Öl-Marinade. Um eine schöne Kruste zu bilden, reiche das schon. Bevor das Essen auf das Rost kommt, streiche er die Marinade bereits wieder ab. So brennen die Kräuter und Gewürze nicht an. Er selbst lege das Fleisch meist schon am Vortag ein. „Dann ist das Grillen stressfrei.“
Tipp 4: Kein Bier
Beliebt, aber unsinnig sei es, Bier auf den Grill zu kippen, sagt Greulich. Das werde gemacht, weil viele so die Temperatur der Kohlen senken möchten. Dafür arbeite er mit den Hitzezonen (siehe Tipp 2). Bier habe den Nachteil, dass so auch die Asche aufgewirbelt werde und sich mit dem Fleisch verbinde. Wer das Hopfengetränk für den Geschmack nehme, der könne das als Zutat für die Marinade nehmen (siehe Tipp 3). Zum Beispiel könne man Zwiebeln, Salz und Pfeffer sowie Kräuter in Bier einlegen.
Tipp 5: Experimentieren
Mehr als nur einen Gang anbieten und viel ausprobieren, rät der Grillprofi oder wie er es sagt: „Learning bei burning“ (Englisch für Lernen beim Brennen). Zum Start gibt es etwa einen kleinen Gruß vom Grill. Es müssten nicht unbedingt immer große Mengen an Fleisch sein, zum Beispiel könnten Datteln im Speckmantel oder eine Bratwurst im Wrap aufgetischt werden. Zum Nachtisch könnte es dann etwa ein halbierter Römersalat sein. Den würde er auf der Schnittseite mit Olivenöl marinieren und angrillen, anschließend darauf Parmesankäse schmelzen lassen und mit einer Salatsoße servieren. „Das hat vom Geschmack etwas überraschendes“, so der Griller. Weiter rät er, mit offenen Augen durch die Lebensmittelregale zu gehen und auch das ein oder andere Rezept auszuprobieren.
Wer Lust hat, dem Profi über die Schulter zu schauen, kann das am Samstag bei Northcoast BBQ in Rhaudermoor machen. Dort will er mit kleinen Häppchen vom Rost Appetit auf das Grillen machen. Auch Mitarbeiter der Grillschule von Northcoast BBQ bieten Speisen an. Wer probieren möchte, zahlt fünf Euro für die Lebensmittel, sagt Geschäftsinhaber Andre Poelker. Von 12 bis 18 Uhr beziehungsweise solange der Vorrat reicht, kann den Profis über die Schulter geschaut werden.