Büchen  Tankstelle geplündert: Politik fordert Konsequenzen für Fußballfans

Patrick Christoph Niemeier
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Von Patrick Christoph Niemeier
| 14.03.2023 14:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften an der Tankstelle vor Ort. Foto: Timo Jann
Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften an der Tankstelle vor Ort. Foto: Timo Jann
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Fans des FC Hansa Rostock hatten am vergangenen Sonntag eine Tankstelle in Schleswig-Holstein geplündert. Während die Ermittlungen der Polizei laufen, fordert die Politik drastische Maßnahmen für gewaltbereite Fußballfans – auch in Hinblick auf die anstehende EM 2024 in Deutschland.

Weil sie am Bahnhof in Büchen in Schleswig-Holstein strandeten, machten sich Fußballfans, die sich offenbar dem Verein Hansa Rostock verbunden fühlen, auf die Suche nach Getränke und Snacks. Dabei sollen ungefähr 100 vermummte Hansa-Fans die Star-Tankstelle in Büchen quasi „überfallen“ haben.

Während einige Fans, die sich auf der Rückreise vom Auswärtsspiel in Hannover befanden, wohl noch ordnungsgemäß bezahlten, sollen sich vermummte Hansa-Fans aus den Regalen genommen haben, was ihnen gefiel und die Tankstelle ohne Zahlung verlassen haben.

Die alarmierte Polizei geht laut Sprecherin Sandra Kilian davon aus, dass Waren im Wert von 300 Euro entwendet wurde. Um sich in der unübersichtlichen Situation einen Überblick zu verschaffen, wurden weitere Beamte der Bundespolizei und der Landespolizei zur Tankstelle gerufen, sodass gegen 20.10 Uhr rund 150 Einsatzkräfte vor Ort waren.

Es sei eine „Bearbeitungsstraße“ an der – zwischenzeitlich geschlossenen – Tankstelle eingerichtet worden. „Durch die eingesetzten Kräfte wurden über 40 Identitätsfeststellungen durchgeführt. Der eigentlich um 20.58 Uhr abfahrende Zug nach Rostock wurde aufgehalten und konnte gegen 21.26 Uhr mit allen Hansa-Fans abfahren“, sagt Bundespolizeisprecher Michael Hiebert.

Die Strafanzeige wegen Diebstahls werde durch die Landespolizei der Polizeistation Büchen bearbeitet. Die strafrechtliche Aufarbeitung des Vorfalls läuft noch.

Gleichzeitig hat in der Politik eine Diskussion an Fahrt gewonnen, wie mit gewalttätigen Fußball-Fans im Umfeld von Spielen umgegangen werden soll.  Dabei geht es auch darum, mit wie viel Polizeikräften Sonderfahrten begleitet werden sollen und wie DFB und Vereine stärker in die Pflicht genommen werden können.

So könnten die Vereine für das Verhalten ihrer Fans mit Geisterspielen bestraft werden, brachte die FDP ins Gespräch. Ende 2022 und Anfang 2023 waren in Regionalzügen auch Fans der Vereine VfB Lübeck und Holstein Kiel durch Randale negativ aufgefallen.

Gerade mit Blick auf die Europameisterschaft 2024 in Deutschland zeigte sich nicht nur Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack besorgt. Einig ist sich die Politik darin, dass gewalttätige oder kriminelle Taten von Fußballfans nicht zu entschuldigen seien.

Der Vorfall hat auch in den Sozialen Medien zu großen, kontroversen Diskussionen geführt. Diese reichen von einem Plädoyer für das Verbot von Auswärtsfahrten von Fußballfans bis hin zu einer besseren Fanarbeit.

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