Miriam Staudte in Neuharlingersiel Krabbenfischer vor dem Aus? – Ministerin spricht Klartext
Niedersächsische Landwirtschaftsministerin traf sich mit Krabbenfischern in Neuharlingersiel. Die Fischer wehren sich gegen Pläne von EU und Bund, das Fischen mit Grundschleppnetzen zu verbieten.
Neuharlingersiel - Die ostfriesischen Krabbenfischer haben in ihrem Kampf gegen das Verbot der Kutterfischerei mit Grundschleppnetzen eine neue Verbündete: Die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) erklärte am Donnerstag in Neuharlingersiel: „Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, damit die Pläne so nicht umgesetzt werden.“ Zuvor hatte sich die Ministerin mit Fischerei-Vertretern, Bürgermeistern und Landräten hinter verschlossenen Türen beraten – während draußen die Krabbenfischer im Hafengelände ausharrten, um auf ein Statement zu warten. Die Fischer üben massive Kritik an den Plänen der EU und Bund, das Fischen mit Grundschleppnetzen ab 2030 generell zu verbieten. Sie fürchten um ihre Existenz.
Staudte hatte sich im Gegensatz zu ihren Ministerkollegen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bisher nicht öffentlich zu dem Thema und zum Protest geäußert. Doch nach der fast zweistündigen Gesprächsrunde stellte sie sich den Krabbenfischern, die aus ganz Ostfriesland teilweise mit ihren Familien nach Neuharlingersiel gekommen waren. Im Hafen war eigens ein Krabbenfangnetz aufgespannt worden, an dem Kutterfischer Nils Sander (Neßmersiel) der Ministerin erläuterte, dass bei der Art der Maschentechnik schon jetzt auf Nachhaltigkeit geachtet werde, so dass der Meeresgrund und auch der Beifang geschont werden.
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Das beeindruckte den Gast aus der Landespolitik offensichtlich: „Ich sehe, dass die Fischer schon viel für die Nachhaltigkeit tun“, sagte Miriam Staudte. Sie lobte die Netztechnik und versprach, gegen die Pläne der EU in Brüssel und Bonn zu insistieren und darauf zu drängen, dass die Pläne so nicht umgesetzt werden. Bei der Agrarministerkonferenz in Büsum (22. bis 24. März) wolle sie deutlich machen: „So kann es nicht funktionieren.“