Trotz gemeinsamen Antrags Die Mehrheit stimmt gegen einen Bestattungswald in Emden
Obwohl alle Fraktion und Gruppen im Rat außer der CDU einen Antrag gestellt hatten, damit ein Gedächtniswald geschaffen wird, kam es nun anders. Erich Bolinius (FDP) spricht von „schlechtem Stil“.
Emden - Der Vorschlag für einen Gedächtniswald in Emden ist endgültig durchgefallen. Im Emder Rat stimmten am Donnerstagabend nur 16 der 40 anwesenden Mitglieder für die Einrichtung einer solchen Fläche im Stadtwald. Dabei hatten alle Fraktionen und Gruppen des Rats außer die CDU einen gemeinsamen Antrag gestellt, in dem sie die Schaffung fordern. „Ich finde, dass es ein schlechter Stil von der SDP-Fraktion und die Fraktion (Linke) ist, dass sie gegen ihren eigenen Antrag gestimmt haben - und mir vorher ihre Ablehnung nicht mitgeteilt haben“, teilt Erich Bolinius, FDP-Fraktionsvorsitzender und Mit-Antreiber der Waldbestattungs-Idee für Emden, im Nachgang der Sitzung dieser Zeitung mit.
Seit 2020 setzt sich die FDP-Fraktion für diese Bestattungsform ein, die es schon in Leer-Logabirum und Lütetsburg gibt. In Aurich und Wiesmoor gibt es ebenfalls Bestrebungen. Emden aber hat - anders als die anderen Kommunen - keinen natürlich gewachsenen Wald. Für den Stadtwald waren 2001 die ersten Bäume gepflanzt. Heute ist die Forstanlage im Stadtteil Harsweg und angrenzend an die Gemeinde Hinte rund 72 Hektar groß. Im vorderen Teil von der Herderstraße aus hatte sich die FDP schon im September 2021 gemeinsam mit der „Gräflich von Wedel‘schen Verwaltung“, die bereits den Bestattungswald in Logabirum betreibt, eine geeignete Fläche angeschaut.
Die Stadtverwaltung aber, die sich seit Anbeginn insbesondere aus wirtschaftlichen und auch Haftungsgründen gegen das Projekt sträubte, konnte nun die Mehrheit mit einer Gegen-Maßnahme überzeugen. Auf dem Stadtfriedhof Tholenswehr sollen perspektivisch mindestens 3000 Baumbestattungen möglich gemacht werden. Schon 2021 war der „Linden-Begräbnishain“ auf dem Friedhof geschaffen worden, damit die hohe Nachfrage nach der Bestattungsform bedient werden konnte. Die Befürworter - das sind im Rat außer der FDP auch die „Grünen feat. Urmel“ und die GfE - betonen, dass Bestattungen unter einem Baum auf einem Friedhof nicht dasselbe seien wie Waldbestattungen, und Emderinnen und Emder deshalb zu umliegenden Gedächtniswäldern abwandern würden.