Osnabrück  Türkisches „Go“ für Finnlands Nato-Beitritt war überfällig

Thomas Ludwig
|
Von Thomas Ludwig
| 17.03.2023 16:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hand drauf: Finnlands Präsident Sauli Niinistö und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich geeinigt. Foto: picture alliance/dpa/AP/Burhan Ozbilici
Hand drauf: Finnlands Präsident Sauli Niinistö und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich geeinigt. Foto: picture alliance/dpa/AP/Burhan Ozbilici
Artikel teilen:

Die Türkei stellt sich beim finnischen Nato-Beitritt nicht länger quer. Die Norderweiterung der Allianz ist ein wichtiges Signal an Wladimir Putin. Doch nicht alle Zweifel an der Bündnistreue Ankaras sind ausgeräumt.

Nach monatelanger Verzögerung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan grünes Licht für Finnlands Nato-Beitritt gegeben. Damit beendet die Türkei ihre Blockadehaltung bei der Norderweiterung der Verteidigungsallianz zumindest teilweise.

Im Fall Schweden versucht Ankara dem Beitrittskandidaten leider nach wie vor politische Zugeständnisse abzupressen, um innenpolitisch Punkte zu sammeln. Das zeugt nicht nur von schlechtem Stil. Es wirft auch die Frage auf: Wird die Türkei zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko für die Allianz?

So weit muss man nicht gehen. Zumindest aber ist die Türkei unter Erdogan nicht der unkomplizierte und verlässliche Partner, den man sich wünschte. Bereits in der Vergangenheit hat Erdogan die Verbündeten mit der Stationierung russischer Luftabwehrraketen brüskiert. Und aktuell unterläuft sein Land die westliche Sanktionspolitik gegenüber Russland.

Mit seiner außenpolitischen Kraftmeierei droht Erdogan den im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine wiederentdeckten Nato-Geist der Gemeinsamkeit zu konterkarieren. Dazu darf es die Allianz nicht kommen lassen.

Für Wladimir Putin ist der nahende Beitritt Finnlands zur Nato ein Schlag ins Kontor, illustriert er doch, dass der russische Präsident eines seiner Kriegsziele verfehlt hat.

Statt das transatlantische Bündnis zu schwächen und zurückzudrängen, hat er dessen Attraktivität gestärkt. Die Nato profitiert von Finnland, das starke militärische Fähigkeiten mitbringt und das Operationsgebiet strategisch erweitert.

Mit dem Beitritt der Finnen - und hoffentlich bald auch der Schweden - bekommt Russland eine Quittung für die politische Torheit, in die Ukraine einmarschiert zu sein.

Ähnliche Artikel