Nato-Erweiterung Türkisches „Go“ für Finnland war überfällig
Die Türkei stellt sich beim finnischen Nato-Beitritt nicht länger quer. Die Norderweiterung der Allianz ist ein wichtiges Signal an Wladimir Putin.
Nach monatelanger Verzögerung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan grünes Licht für Finnlands Nato-Beitritt gegeben. Damit beendet die Türkei ihre Blockadehaltung bei der Norderweiterung der Verteidigungsallianz zumindest teilweise. Im Fall Schweden versucht Ankara, dem Beitrittskandidaten leider nach wie vor politische Zugeständnisse abzupressen, um innenpolitisch Punkte zu sammeln. Das zeugt nicht nur von schlechtem Stil. Es wirft auch die Frage auf: Wird die Türkei zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko für die Allianz?
So weit muss man nicht gehen. Zumindest aber ist die Türkei unter Erdogan nicht der unkomplizierte und verlässliche Partner, den man sich wünschte. Bereits in der Vergangenheit hat Erdogan die Verbündeten mit der Stationierung russischer Luftabwehrraketen brüskiert. Und aktuell unterläuft sein Land die westliche Sanktionspolitik gegenüber Russland.
Für Wladimir Putin ist der nahende Beitritt Finnlands zur Nato ein Schlag ins Kontor, illustriert er doch, dass der russische Präsident eines seiner Kriegsziele verfehlt hat. Statt das transatlantische Bündnis zu schwächen und zurückzudrängen, hat er dessen Attraktivität gestärkt. Die Nato profitiert von Finnland, das starke militärische Fähigkeiten mitbringt und das Operationsgebiet strategisch erweitert.