Hamburg  Polizeigewerkschaft warnt: Zahl der Flüchtlinge wird bald deutlich steigen

Dirk Fisser
|
Von Dirk Fisser
| 20.03.2023 00:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundespolizei an der deutsch-polnischen Grenze: Pro Woche werden an den deutschen Außengrenzen mehrere Hundert illegale Grenzübertritte festgestellt. Foto: dpa-Zentralbild
Bundespolizei an der deutsch-polnischen Grenze: Pro Woche werden an den deutschen Außengrenzen mehrere Hundert illegale Grenzübertritte festgestellt. Foto: dpa-Zentralbild
Artikel teilen:

Mehr als 26.000 Menschen haben allein im Februar Asyl in Deutschland beantragt. Viele werden laut Gewerkschaft der Polizei von professionellen Schmugglern an die deutsche Grenze gebracht. Die Gewerkschaft warnt: Die Zahl wird noch einmal deutlich zunehmen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) geht davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge, die Deutschland erreichen, in den kommenden Monaten weiter deutlich ansteigen wird. Andreas Roßkopf, GDP-Verantwortlicher für den Bereich Bundespolizei, sagte unserer Redaktion: „Wir stellen derzeit etwa 1500 illegale Einreisen pro Woche an den Grenzen fest. Dabei wird es sicherlich nicht bleiben. Mit jedem Monat, der wärmer wird, kommen mehr Menschen.”

Roßkopf sagte, die Masse der Menschen, die die deutschen Grenzen erreichten, werde mittlerweile von professionellen Banden durch Europa geschleust. „Das sind Vollprofis, die mit einer Erfolgsgarantie werben”, so Roßkopf.

Die Bundespolizei müsse technisch besser ausgestattet werden, forderte der Gewerkschafter. Er nannte Drohnen, Kameras und modernere Einsatzfahrzeuge. Roßkopf sprach sich indes gegen feste Grenzkontrollen aus. „Das können wir in Deutschland gar nicht leisten, so viele Polizeibeamte haben wir gar nicht, die es dafür braucht.“ Stattdessen müssten viel mehr die EU-Außengrenzen besser abgesichert werden.

Das hatte zuletzt auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Interview mit unserer Redaktion gefordert. Im Februar gingen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 26.149 Asylanträge ein. Rund 24.000 davon betrafen Menschen, die erstmals in Deutschland einen Asylantrag stellten - zum Vergleich: Im Februar 2022 waren es 13.915.

Durch die Corona-Reisebeschränkungen konnten viele geflüchtete Menschen das von ihnen angestrebte Zielland in den vergangenen Jahren nicht oder nur mit Verzögerung erreichen. Doch auch Faktoren wie die durch das Erdbeben noch einmal verschärfte Wirtschaftskrise in der Türkei, wo viele Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan leben, spielen eine Rolle.

Ähnliche Artikel