Keine Einigung  Was sagen die Krummhörner Grundschulen zur Bedarfsanalyse?

| | 20.03.2023 17:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Zukunft der Grundschulen in der Krummhörn ist derzeit noch ungewiss. Symbolfoto: Pixabay
Die Zukunft der Grundschulen in der Krummhörn ist derzeit noch ungewiss. Symbolfoto: Pixabay
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Um die Bedarfsanalyse in der Krummhörn hatte es zuletzt viele Diskussionen gegeben. Im Gespräch mit den Schulen zeigt sich nun, dass auch dort Uneinigkeit herrscht.

Krummhörn - Die Kitas und Grundschulen in der Krummhörn sind nun schon seit längerem Thema. In den vergangenen Wochen hat es viele Diskussionen zur Bedarfsanalyse der Firma Biregio gegeben. Wir haben immer wieder über die verschiedenen Standpunkte berichtet. Nun zeigt sich auch im Gespräch mit einigen der betroffenen Grundschulen, dass es schwer werden wird, eine Lösung zu finden, die alle glücklich macht.

Was und warum

Darum geht es: Die Krummhörner Grundschulen haben verschiedene Wünsche für ihre Zukunft.

Vor allem interessant für: alle, die sich für Bildung interessieren und alle Krummhörner, die Kinder haben

Deshalb berichten wir: Uns hat interessiert, was die Schulleitungen zur Bedarfsanalyse zu sagen haben.

Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de

„Wir fühlen uns da grundsätzlich gut an die Hand genommen“, sagt Thomas Ukena. Er ist der Leiter der Grundschule in Pewsum und zeigt sich im Gespräch mit dieser Zeitung relativ unbesorgt um den Fortbestand seiner Schule, die die größte Grundschule in der Krummhörn ist. Ukena wünscht sich aber trotzdem eine andere Lösung: „Mein Favorit wäre ein zentraler Neubau für alle Krummhörner Schulen.“ Dieser Vorschlag sei von der Verwaltung zwar „abgewunken“ worden, biete aber seiner Meinung nach viele Vorteile.

Alte Schulgebäude als Kita nutzen

Zum einen müsse man die Altbauten dann nicht für viel Geld sanieren, beziehungsweise umbauen, und könnte die vorhandenen Gebäude möglicherweise für Kitas nutzen. Zum anderen sei eine große Schule krisenfester als viele kleine. Als Beispiel nennt er etwa ein Sekretariat, das dann deutlich besser besetzt wäre, als die bisherigen Sekretariate. Gleiches gilt seiner Meinung nach für den Lehrermangel. Ein großes Kollegium könne Krankheitsfälle besser ausgleichen als kleine Kollegien. Insgesamt biete ein solches Team mehr Kompetenzen, auch was die Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf betrifft. „Es wäre meine Hoffnung, dass diese Möglichkeit nochmal diskutiert wird“, sagt Thomas Ukena.

Anders sehen es Ivonne Behnke, Leiterin der Grundschule Greetsiel, und Heidi Smidt, Leiterin der Grundschule Loquard. Sie wünschen sich, dass auch die kleineren Schulen bestehen bleiben. „Eine Schließung wäre natürlich sehr schade“, sagt Heidi Schmidt im Gespräch mit dieser Zeitung. Aktuell sei ihre Schule sehr gut in das Dorfleben integriert und arbeite etwa mit Feuerwehr, Sportverein und Kirche zusammen. „Das wäre an einer großen Schule dann in dieser Form nicht mehr möglich“, vermutet die Pädagogin. Hinzu käme die weitere Anreise.

Eltern wünschen sich mehr Beteiligung

„Selbstverständlich wäre das Team der UES (Anm.: Ubbo-Emmius-Schule) Greetsiel traurig darüber, wenn diese Schule geschlossen werden würde, weil wir alle unseren Arbeitsplatz und unser Team sehr schätzen“, schreibt Ivonne Behnke. Sie hofft auch, dass die Entscheidung zeitnah getroffen wird. Denn: „Für die Einrichtungen ist es wenig motivierend, in ‚Lauerstellung‘ qualitative Schulentwicklungsarbeit zu leisten.“ Als Beispiel nennt sie die Entwicklung eines Ganztagskonzepts, die nur wenig Sinn macht, wenn unklar ist, ob und in welcher Form die Schule weiter bestehen kann.

Alle drei Schulleitungen berichten davon, dass das Thema verständlicherweise auch bei den Eltern sehr präsent ist. „Bei den Eltern gibt es natürlich auch verschiedene Meinungen“ sagt Thomas Ukena. Einige teilten seinen Wunsch nach einem zentralen Neubau, andere sprächen sich eher für die Beibehaltung der kleineren Schulen aus. Laut Heidi Smidt hätten sich die Eltern an ihrer Grundschule mehr Beteiligung gewünscht. „Die Elternbefragung ist zu kurz gekommen.“ Die meisten Eltern wünschten sich, dass die Loquarder Grundschule bestehen bleibt, allein wegen der kürzeren Wege.

Generell ist das Thema auch für die Schulleitungen kein leichtes. „Ich wollte das nicht entscheiden müssen“, sagt Heidi Smidt. Die Diskussionen zeigten, dass es sich die Politiker mit ihrer Entscheidung nicht leicht machen - ihrer Meinung nach ist das ein gutes Zeichen. Ivonne Behnke schreibt dazu: „Ich befürworte, dass eine Entscheidung, in welche Richtung die Gemeinde sich entwickeln will, zwar gründlich, aber auch zeitnah getroffen wird.“

Auf die Anfrage dieser Zeitung haben nicht alle Krummhörner Schulen geantwortet, obwohl sie mehrere Tage Zeit hatten. Eine Schule verwies auch auf die Landesschulbehörde, die ebenfalls bislang nicht auf unsere Anfrage reagiert hat.

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