Osnabrück  200 Jahre Kunstverein in Bremen: Mit der Dating-App zur Kunst

Stefan Lueddemann
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Von Stefan Lueddemann
| 21.03.2023 14:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Kunsthalle in Bremen. Foto: Michael Gielen
Die Kunsthalle in Bremen. Foto: Michael Gielen
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200 Jahre Kunstverein in Bremen: Zum Jubiläum 2023 schaut der Kunstverein nach vorne. Projekt des Jubiläumsjahres: Junge Menschen gewinnen und jene, die sonst eher nicht im Museum vorbeischauen.

Mit der Dating-App zur Kunst: Mit Angeboten gerade für ein junges Zielpublikum startet der Kunstverein in Bremen sein Jubiläumsjahr 2023.  „Wir wollen ein jüngeres und nicht immer kunstaffines Publikum erreichen“, sagte Nicole Lamotte, Vorsitzerin des Vereins, der in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert. Der Intention der 34 Gründer des Vereins von 1823, „den Sinn für das Schöne zu verbreiten“, solle damit auch heute entsprochen werden.

Der Kunstverein in Bremen gehört zu den ältesten Kunstvereinen in Deutschland. Mit über 10.000 Mitgliedern ist er den Angaben zufolge nicht nur der größte Kunstverein Deutschlands, sondern in Bremen auch der zweitgrößte Verein überhaupt – nach dem Sportverein Werder Bremen mit rund 40.000 Mitgliedern. Absolute Besonderheit: Der Kunstverein ist der private Träger der Kunsthalle Bremen – eine in Deutschland einmalige Situation.

„200 Tage bis 200 Jahre“: Unter dieser Überschrift präsentiert der Kunstverein ab dem 29. April 2023 mehrere hochkarätige Ausstellungen und viele Aktionen. Zu den Formaten gehört „Kunst vor der Halle“: Im Sommer sollen sich Menschen an Staffeleien vor dem Museum an der eigenen Kunstproduktion versuchen.

Im Zentrum der digitalen Strategie des Museums stehen zwei neue Apps, die unter www.artsurfer.de abrufbar sein sollen. Wie Jasmin Mickein und Hartwig Dingfelder von der Kunsthalle sagten, sollen die Apps „It´s an Art Match“ und „Mein Pinnwand-Museum“ dazu beitragen, vor allem junge Leute für die Kunst zu begeistern. Sie können mit den Apps ihren Erstkontakt mit den Exponaten der Kunsthalle nach dem Muster einer Dating-App vorbereiten.

Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle, verwies auf das Ausstellungsprogramm seines Hauses zum runden Geburtstag. Im Zentrum des Programms steht die Schau „Geburtstagsgäste. Von Monet bis van Gogh“ (ab 7. Oktober 2023), die Ankäufe von Klassikern der Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den damaligen Direktor Gustav Pauli thematisiert. Die Schau „Generation* Jugend trotz(t) Krise“ (ab 13. Mai 2023) wird vom Jugendkuratorium der Kunsthalle gestaltet. Das Projekt „Kunst Vereint! Die frühen Jahre der Sammlung“ (ab 22. April 2023) erinnert an den Aufbau der Museumskollektion zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Nicole Lamotte erinnerte an die Tradition des bürgerlichen Engagements im Kunstverein. Der habe 1949 den ersten Bau der Kunsthalle finanziert. Spätere Ausbauschritte wie der Anbau von 2011 sei durch Spenden von Mäzenen aus den Reihen des Vereins überhaupt erst möglich geworden. Mitglieder des Kunstvereins hätten die Kollektion der Kunsthalle durch Stiftungen immer wieder erweitert, sagte Lamotte und erinnerte an die Schenkung von 32 Gemälden alter niederländischer Meister 2017.

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