Berlin Comedian Felix Lobrecht kündigt Öffentlichkeitspause an – wie steht es um den Podcast?
Schon länger spricht Comedian Felix Lobrecht über mentale Probleme und Kraftlosigkeit. Die letzte aufreibende Phase war dann offenbar zu viel für den 34-Jährigen: Er hat angekündigt, sich länger aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen.
Seine Liveshows sind regelmäßig ausverkauft, wieder einmal war sein Podcast „Gemischtes Hack“ im vergangenen Jahr der beliebteste in Deutschland und gerade ist der Film „Sonne und Beton“ in die Kinos gekommen, der auf seiner Romanvorlage basiert: Man könnte meinen, Felix Lobrecht befindet sich gerade an der Spitze seiner Karriere.
Doch innerlich fühlt es sich für den Comedian vielmehr so an, als wäre er am Tiefpunkt. In der neuesten Podcast-Folge findet Lobrecht trotz kränkelnder Stimme deutliche Worte über seinen mentalen Gesundheitszustand: „Ich bin kaputt. Ich kann nicht mehr. Ich habe mich totgearbeitet.“
Vorausgegangen war die Frage seines Podcast-Kollegen und Fernsehmoderators Tommi Schmitt, ob Lobrecht gerade wieder an neuem Comedy-Material schreibe. Daraufhin kündigt der 34-Jährige plötzlich sogar an, sich für längere Zeit zurückziehen zu wollen. Er würde ab April nochmal auf Tour gehen und im September seine Liveshow „All you can eat“ aufzeichnen lassen, „und dann, verkünde ich jetzt ganz offiziell und groß [...], höre ich auf mit Comedy für ein Jahr. Mach‘ danach ein Jahr Pause mit Öffentlichkeit.“
Die Kraftlosigkeit kennt Lobrecht schon seit längerem. Er und Schmitt hatten schon zuvor in ihrem Podcast über mentale Probleme und Depressionen gesprochen. Lobrecht erwähnte bereits mehrfach, dass er nach einer Tour oft in eine depressive Phase gerät, wenn der tägliche Stress auf einen Schlag aufhört. „Danach mach‘ ich erstmal gar nichts und falle in mein gutes altes Sommerloch“, sagte er im vergangenen Jahr mit Blick auf eine selbst verschriebene Sommerpause ohne Pflichttermine. Auch Angst- und Panikattacken begegnen ihm hin und wieder.
Eine Pause über wenige Wochen hinaus gab es bei ihm jedoch noch nicht. „Ich kratz die Tage in die Wand wie im Knast und danach seht ihr mich nie wieder für ein Jahr“, so Lobrecht. Er hält sich auch offen, noch länger fern zu bleiben.
„Ich finds gut, dass du das machst“, findet Schmitt. Scherzhaft sagt er, dass er nun Angst habe, dass das wöchentliche Gespräch in eine Art „Verschwörungspodcast“ abdrifte, wenn Lobrecht nun den ganzen Tag nichts mehr zu tun habe.
Doch er hat bereits Pläne, wie er sich in der Pause beschäftigen will: „Ich gucke mir endlich mal die Welt an. Früher hatte ich nie das Geld, um mir die Welt anzusehen und seitdem ich das Geld dafür habe, habe ich die Zeit dafür nicht.“
Und wie steht es um den beliebten Podcast, der jeden Mittwoch erscheint? Lobrecht lässt nebenbei anklingen, dass er diesen zumindest weiterführen würde. Auf den Hinweis von Schmitt, dass Lobrecht ja noch den Podcast hätte und er sich nur „so halb aus der Öffentlichkeit“ zurückziehen könne, antwortet er: „Ja, Podcast. Podcast meinetwegen.“