Hamburg  „Die USA haben kein Interesse am Frieden“: Oskar Lafontaine teilt bei „Maischberger“ aus

Pia Hinrichs
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Von Pia Hinrichs
| 22.03.2023 13:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht zum ersten Mal war Oskar Lafontaine zu Gast bei Talkshow-Moderatorin Sandra Maischberger. Foto: dpa/Melanie Grande
Nicht zum ersten Mal war Oskar Lafontaine zu Gast bei Talkshow-Moderatorin Sandra Maischberger. Foto: dpa/Melanie Grande
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Oskar Lafontaine war am Dienstagabend in der ARD-Talkshow von Sandra Maischberger zu Gast. Dabei tätigte der ehemalige SPD- und Linken-Parteichef Aussagen, die von Gegenpart Roderich Kiesewetter als „historisch falsch“ eingeordnet wurden.

In der ARD-Talkshow „Maischberger“ lieferten sich Oskar Lafontaine und CDU-Politiker Roderich Kiesewetter am Dienstag-Abend einen heftigen Schlagabtausch zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.

Oskar Lafontaine, ehemaliger SPD- und Linken-Parteichef, wies der USA eine Mitschuld an der Eskalation in der Ukraine zu und warnte vor einer Ausweitung des Konflikts auf Europa. „Die USA haben kein Interesse am Frieden“, wetterte der 79-Jährige gegen Deutschlands stärksten Nato-Verbündeten. Auch Lloyd Austin, der aktuelle US-Verteidigungsminister, blieb von Lafontaine nicht verschont: „Ich nenne ihn immer Kriegsminister.“

„Die USA sagen: Wir wollen einen langen Krieg – und das nehme ich ernst“, sagte Lafontaine. Tatsächlich haben die Vereinigten Staaten diese Aussage so nicht getätigt. Joe Biden hat bislang lediglich bestätigt, dass die USA die Ukraine langfristig unterstützen werden.

Für seine Aussagen erntete der Politiker scharfe Kritik von Diskussionspartner Roderich Kiesewetter. Der CDU-Außenpolitiker entgegnete, dass gerade die starke militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten an die Ukraine ein Zeichen dafür sei, dass die Amerikaner den Krieg möglichst schnell beenden wollten.

Lafontaine stimmte dieser These nicht zu – vielmehr vertrat er die Meinung, dass die USA und die Nato ursächlich verantwortlich seien für den Krieg in der Ukraine. Man dürfe in der Geschichte des Konflikts nicht erst am 24. Februar 2022 ansetzen, als Russland seine Invasion startete. Schon die vorhergegangene Nato-Erweiterung bis an die Grenze Russlands seien eine Provokation für den Kreml gewesen.

„Putin sagt, das sei das Messer an der Kehle – und kein Staat möchte das Messer am Hals“, so Lafontaine. Es folgte eine Auseinandersetzung über vergangene Aktionen der Nato. Dabei wichen die Darstellungen des ehemaligen Linken-Politikers jedoch stark ab von denen des CDU-Abgeordneten Kiesewetters.

Während Lafontaine die Nato-Raketen an der russischen Grenze als Bedrohungspotenzial für Russland erklärt, berichtigte Kiesewetter: „Diese Raketen, die dort stehen, sind gegen den Iran, der kurz vor Nuklearfähigkeit steht, gerichtet. Es gibt immer noch Angebote gegenüber Russland, an der Positionierung der Waffen gegen den Iran teilzunehmen.“ Auch die Nato-Erweiterung sei nur ein vorgeschobenes Argument von Lafontaine, um das Motiv Putins zu erklären.

Sandra Maischberger räumte dazu noch ein Zitat von Putin aus dem Jahr 2004 ein, das die Aussagen Lafontaines wenig glaubwürdig erscheinen ließen: „Hinsichtlich der Nato-Erweiterung haben wir keine Sorge mit Blick auf die Sicherheit der russischen Föderation.“ Kiesewetter stimmte der Moderatorin zu: „Die Aussagen, die Herr Lafontaine trifft, stimmen nicht mit der historischen Wirklichkeit überein.“

Lafontaine blieb jedoch vehement bei seinen Aussagen. Auch der politischen Linie seiner Ehefrau Sahra Wagenknecht folgte er treu. Im „Manifest für Frieden“ hatte das Ehepaar neben anderen Prominenten davor gewarnt, dass Deutschland zunehmend in den Krieg involviert sei. Auch hieran sei die US-Politik Schuld: „Es ist doch erkennbar, dass die USA versuchen, die Deutschen immer tiefer in den Krieg mit rein zu ziehen.“

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