Büsum  Agrarministerkonferenz in Büsum: Das lässt die Krabbenfischer hoffen

Martin Schulte
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Von Martin Schulte
| 23.03.2023 18:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Leuchtender Protest: Die Fischer in Büsum entzündeten auch Handfackeln. Foto: Michael Ruff
Leuchtender Protest: Die Fischer in Büsum entzündeten auch Handfackeln. Foto: Michael Ruff
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Mit Kundgebungen, Kutterdemos und Treckerkonvois machten Landwirte und Fischer während der Agrarministerkonferenz in Büsum ihrem Ärger über die EU-Politik Luft.

Hunderte Landwirte und Fischer haben am Donnerstag in Büsum anlässlich der Agrarministerkonferenz gegen die Agrarpolitik der EU und geplante Einschnitte in der Krabbenfischerei protestiert. Auf verschiedenen Kundgebungen und mit einer Kutter-Protestfahrt unterstrichen die Demonstranten ihre Forderungen.

Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) zeigte sich als Gastgeber optimistisch, einen Großteil der 35 Punkte umfassenden Agenda auf der Konferenz umzusetzen. „Ich bin optimistisch, dass wir uns in vielen Punkten einig werden“, sagte Schwarz shz.de.

Schleswig-Holstein seien dabei vor allem die Planungssicherheit bei der Tierhaltung, die Fortentwicklung der EU-Agrarpolitik und eine Differenzierung bei der grundberührenden Fischerei wichtig. Zu letzterer äußerte sich auch der Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) vor seinen Länderkollegen: „Wir müssen die Existenzgrundlage von Fischerinnen und Fischern sichern, auch für morgen und übermorgen. Darum brauchen wir ausgewogene Lösungen.“

Er habe in Brüssel klar gemacht, dass ein grundsätzliches Verbot der Schleppnetzfischerei auch ein Ende der Krabbenfischerei bedeuten würde. „Da geht es aber auch um Tradition und Identität, das Thema geht weit über den Berufstand hinaus.“ Er sei optimistisch, dass gute Lösungen gefunden werden könnten. Die Sprecherin der EU-Kommission, Birgit Schmeitzner, sagte gegenüber shz.de, der Meeres-Aktionsplan der EU sein kein neuer Gesetzesvorschlag: „Vielmehr geht es darum, mit nationalen Behörden und allen Fischereiakteuren einen Dialog zu beginnen.“

Das wollten gestern auch die Vertreter des Landesbauernverbandes Schleswig-Holstein. Präsident Klaus-Peter Lucht übergab in Büsum ein Forderungspapier. Darin ging es unter anderem um die Förderung des Umbaus der derzeitigen Tierhaltung vor dem Hintergrund der Tierwohl-Steigerung.

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