Kolumne „Für die Ehre“  Alles gut machen können wir nicht

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 25.03.2023 09:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Sonnabends geht es in unserer Kolumne um das Ehrenamt. Das auch zum Leidwesen der ehrenamtlichen Retter nicht immer alles gut werden kann, weiß unser Kolumnist.

Es gibt Menschen, die glauben, dass alles gut wird, wenn die Feuerwehr eintrifft. Und es gibt Menschen, die immer meckern, dass die Feuerwehr zu spät kommt. Beide Aussagen sind jedoch nicht ganz richtig. Wir versuchen, alles gut werden zu lassen, können jedoch einen entstandenen Schaden nicht wieder herstellen oder vielleicht sogar einen geliebten Menschen zu neuem Leben verhelfen. Dass die Feuerwehr immer zu spät kommt, ist zum Teil richtig, denn ohne, dass es zu spät ist, bräuchte man die Feuerwehr überhaupt nicht. Sollte die Feuerwehr vor einem Unglück alarmiert werden können, so ist es sicherlich nicht mehr erforderlich, sich beispielsweise gegen Brandschäden zu versichern. Ein nicht realer Gedanke. Beide Gedanken nicht real, jedoch aus tiefer Not heraus geboren. Wenn ich einen extremen Wunsch habe als in Not Geratener, so ist es doch wohl der, dass jemand rechtzeitig kommt und mir hilft. Wenn mein Wunsch dann nicht ganz in Erfüllung geht, bin ich vielleicht enttäuscht. In der Regel sind die Menschen, denen wir helfen jedoch nicht enttäuscht, sie sind eher dankbar dafür, dass wir vor Ort waren und ein kleines Stück der erdrückenden Last nehmen konnten. Ein innigster Wunsch alles wieder gut zu machen, ist es allerdings auch bei vielen ehrenamtlichen Helfern. Schließlich kommen wir mit Blaulicht. Die Erwartungen sind hochgesteckt. Vor dieser Illusion müssen wir diese Denker jedoch schützen, dass es immer so sein wird. Wir können nicht immer alles wieder gut machen. Der klare Umgang mit der Wahrheit, dass wir auch Hab und Gut oder sogar Menschen manchmal nicht retten können, ernüchtert in einem solchen Fall und führt dazu, dass es uns nicht schwerer fällt, als es bereits ist. Wer sich freiwillig zur Rettung alarmieren lässt, muss eine ausgewogen gedankliche Bilanz führen. Das Ende ist manchmal traurig, auch wenn man alles gegeben hat. Doch unser Wissen und unsere Ausstattung ist keine Garantie für einen tadellosen Erfolg..

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