Sanierung geplant Riepe verliert Anschluss an die Autobahn
Die Anschlussstelle Riepe der A 31 wird nach den Sommerferien saniert und gesperrt. Das bedeutet lange Umwege für Pendler und Lieferanten.
Riepe - Autofahrer mit Start oder Ziel Riepe werden nach den Sommerferien lange Umwege in Kauf nehmen müssen: Die Anschlussstelle Riepe der Autobahn 31 wird von Mitte August an saniert und voraussichtlich bis Ende Oktober gesperrt, zuerst auf der einen Seite, dann auf der anderen Seite. Das teilt die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nordwest, auf Anfrage mit.
Es handele sich um „eine erste grobe und vorläufige Einschätzung“ des Zeitplans, erklärt ein Sprecher. Die Autobahn GmbH befinde sich noch in der Projektplanungs- und Ausschreibungsphase. Erst wenn ein Unternehmen den Zuschlag für die Bauarbeiten erhalten habe, könne man belastbare Aussagen treffen. Aufgrund des schlechten Zustandes sei eine grundhafte Erneuerung der Fahrbahn erforderlich (Deck-, Binder- und Tragschichten).
Umleitungen werden noch abgestimmt
Nach den Sommerferien wird nach Angaben des Sprechers zunächst die Anschlussstelle in Fahrtrichtung Leer saniert. Aus Richtung Emden kommende Fahrzeuge können dann die Autobahn nicht verlassen, Fahrzeuge in Richtung Leer nicht auffahren. Sobald diese Seite fertiggestellt ist, geht es auf der anderen Seite weiter. Dann kann man aus Richtung Leer kommend nicht ausfahren, in Richtung Emden nicht auffahren. „Bei einem optimalen Bauablauf gehen wir von einer Fertigstellung der Anschlussstellen bis Ende Oktober aus“, so der Sprecher weiter.
Der Verkehr wird weiträumig über Landes- und Kreisstraßen umgeleitet (siehe Grafik). Wer aus Richtung Emden kommt, muss die Autobahn bereits in Wolthusen oder Emden-Ost verlassen. Wer aus Richtung Leer kommt, fährt bereits in Neermoor ab. Verkehrsteilnehmer, die von Riepe aus auf die Autobahn möchten, müssen ebenfalls Umleitungen nach Emden-Ost oder Neermoor folgen. „Das abschließende Umleitungskonzept befindet sich derzeit noch in Abstimmung und wird mit den örtlichen Verkehrsbehörden und Polizeidienststellen abgestimmt“, erklärt die Autobahn GmbH.
„Das ist ein Zeitverlust, der Geld kostet“
Von der Sperrung sind viele Unternehmen betroffen. In der Nähe der Anschlussstelle befindet sich das Gewerbegebiet Riepe-Leegmoor. Dort sind unter anderem der Heimtierfutter-Hersteller Landguth, der Tiefkühlfisch-Produzent Pickenpack Seafoods und die Stahlbau-Firma Pilling ansässig. Ihnen sowie ihren Kunden und Lieferanten entstehen während der Sperrung höhere Transportkosten. Da Ihlow eine Pendlergemeinde ist, sind auch viele Privatleute betroffen, beispielsweise VW-Beschäftigte, die täglich über die Autobahn nach Emden fahren.
Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) ist hin- und hergerissen. Einerseits sei es „natürlich eine Benachteiligung“ für Unternehmen und Pendler, wenn sie Umwege fahren müssten. „Das ist ein Zeitverlust, der Geld kostet. Natürlich ärgert man sich da im Moment.“ Andererseits müsse man froh sein, wenn die Reparaturen in Angriff genommen werden. „Straßen müssen eben irgendwann repariert werden.“
Böse Erinnerungen an A-31-Sanierung
Es sei gut, dass das jetzt erledigt werde, sagt Ulrichs. „Wir haben ja noch ehrgeizige Pläne mit dem Gewerbegebiet. Da wird noch einiges an Verkehr kommen.“ Die Gemeinde Ihlow verdanke ihre gute wirtschaftliche Entwicklung der Autobahnanbindung, betont der Bürgermeister. Nun setze er darauf, dass die Arbeiten tatsächlich innerhalb von zweieinhalb Monaten erledigt seien. „Ich hoffe, dass es nicht wesentlich länger dauert.“
Mit Schrecken dürfte nicht nur Ulrichs an die noch gar nicht so lange zurückliegende Dauerbaustelle auf der A 31 denken. Die Erneuerung eines zehn Kilometer langen Abschnitts zwischen Riepe und Neermoor hatte fast vier Jahre in Anspruch genommen. Die Arbeiten wurden 2020 abgeschlossen. Die lange Dauer war allerdings von vornherein geplant gewesen. Die Autobahn wurde um Standstreifen erweitert. Außerdem wurden fünf Brücken erneuert.