Jubiläum in Emden Eheleute halten seit mehr als 60 Jahren fest zusammen
Kasjen und Therese Schüürmann aus Emden feiern diamantene Hochzeit. Früher lebten das Paar von der Landwirtschaft. Gefunkt hatte es in der Tanzschule.
Emden - Ihre Hochzeitsfotos mussten sie zwar später nachstellen, weil die Kamera des Fotografen ausgerechnet am schönsten Tag des Lebens versagte, die Erinnerungen an diesen Tag wären aber ohnehin geblieben: Kasjen und Therese Schüürmann aus Emden feiern an diesem Mittwoch ihre diamantene Hochzeit. Weder der 88 Jahre alte Ehejubilar noch seine zwei Jahre jüngere Frau möchten auch nur einen Tag davon missen.
„Ich würde alles so noch einmal erleben wollen“, sagt Kasjen Schüürmann und scheint dabei seinen Gedanken nachzuhängen. Und seine Frau stimmt nickend zu. „Wir haben uns immer gut verstanden“, sagt der Ehejubilar auf die Frage nach dem Rezept für eine glückliche und lange Ehe. Vielleicht liege das Geheimnis auch darin, „dass wir immer zusammengehalten haben“, fügt seine Frau hinzu. Natürlich habe der Haussegen auch mal schief gehangen. Das gehöre dazu. „Und es frischt wieder auf“, sagt Kasjen Schüürmann.
Es war Liebe auf den ersten Blick
Beide sind durch dick und dünn gegangen. Als Kinder erlebten sie den Zweiten Weltkrieg, mussten in der Schule oder auf dem Weg dorthin häufig in Bunkern Schutz vor Bombenangriffen suchen sowie im und nach dem Krieg vieles entbehren. Kennengelernt haben sie sich 1953 in der Tanzschule Hausdörfer in Emden. „Ich glaube, man kann sagen, es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt der Ehejubilar. Zehn Jahre lang lebten beide zunächst noch bei ihren Eltern, bevor in Larrelt die Hochzeitsglocken erklangen.
Dort wuchs Therese Schüürmann, geborene Nanninga, auf. Weil sie nach der Schule keine Lehrstelle fand, half sie zunächst sieben Jahre lang im Haushalt eines Fuhrunternehmers. Danach wechselte sie für sechs Jahre in die ehemalige Konservenfabrik BOB in Wybelsum und arbeitete danach 20 Jahre lang in der Emder Druckerei Bretzler.
Arbeit auf dem Hof gibt es heute noch
Kasjen Schüürmann wuchs auf dem elterlichen Hof auf. Dieser liegt etwas abseits im Wolthuser Hammrich und direkt am Ufer des Fehntjer Tiefs. Auch heute wohnt er dort noch mit seiner Frau. Nach der Schule stieg er in den Gemüsebaubetrieb seines Vaters ein, besuchte 1952 und 1953 die Landwirtschaftsschule und übernahm später den Hof. Als die Bedingungen in der Landwirtschaft schlechter wurden, fand er 1980 einen Job im Emder Kraftwerk. 15 Jahre lang war er dort tätig, bevor er im Alter von 58 Jahren in den Vorruhestand ging.
Arbeit auf dem Hof gab es immer und gibt es auch heute für ihn noch genug. „Ich muss auch immer was um die Hände haben, Ruhe kenne ich nicht“, sagt der rüstige Senior. Auch Therese Schüürmann, die früher mit dem Verkauf von Milch der eigenen Kühe etwas nebenbei verdiente, ist mit dem eigenen Haushalt noch gut beschäftigt. Beide sind immer bescheiden geblieben. Ihr Lebensmotto: nie weiter zu springen, als man den Stock setzen kann.
Für Hobbys blieb kaum Zeit
Für Hobbys blieb den Eheleuten kaum Zeit. In jungen Jahren kickte Kasjen Schüürmann noch bei den Emder Fußballvereinen FT 03 und SuS, und schon immer war er Fan des Boxsports. Heute treffen sich die beiden Eheleute noch regelmäßig mit Freunden zum Kartenspielen.
Ihren Ehrentag verbringen die Schüürmanns an diesem Mittwoch gemeinsam mit der Familie, Freunden und Bekannten in einem Landgasthof. Sie erwarten etwa 40 Gäste. Zu den Gratulanten gehören auch der 59-jährige Sohn und die 56-jährige Tochter sowie fünf Enkelkinder und fünf Urenkel.