Einkaufen in Aurich Blumenhändler will dem Caro in Aurich aus der Klemme helfen
Jochen Jakobs hat sich bereit erklärt, beim Geranienmarkt auch im Einkaufszentrum am Fischteichweg Blumen zu verkaufen. Damit würde er eine Auflage von Verdi erfüllen.
Aurich - Für das Einkaufszentrum Caro zeichnet sich für den 7. Mai eine rettende Lösung ab. Jochen Jakobs, ein Blumenhändler aus Großefehn, will dort an dem verkaufsoffenen Sonntag seine Waren verkaufen. Dazu hatte er sich spontan entschlossen, als er hörte, dass die Geschäfte dort in der Klemme steckten. Deren Betreiber standen nämlich vor der Frage: Wo nehmen wir alle die Blumen her? Damit hätten sie musikalisch an den Folk-Klassiker „Sag mir, wo die Blumen sind?“ anknüpfen können, mit dem die Sängerin Joan Baez in den 60er Jahren Erfolge gefeiert hat. Der Caro setzt aus einem anderen Grund auf Blumen. Das Einkaufszentrum am Fischteichweg möchte sich am 7. Mai am verkaufsoffenen Sonntag in der Auricher Innenstadt beteiligen. Das ist aber laut Verdi-Gewerkschaftssprecher André Belger ausschließlich unter der Bedingung möglich, dass dort auch Pflanzen verkauft werden.
Zum Hintergrund: Ein verkaufsoffener Sonntag ist aus Sicht der Gewerkschaften nur dann genehmigungsfähig, wenn er an eine Veranstaltung oder einen anderen besonderen Anlass gekoppelt ist. In Aurich ist dies am 7. Mai der Geranienmarkt, eine Verkaufsveranstaltung für Blumenfreunde und Gärtner, die sich bei dieser Gelegenheit mit Stauden und Frühlingsblühern eindecken. Verdi möchte jetzt sichergehen, dass der Caro auch inhaltlich in den Verkauf dieser Waren eingebunden ist. Deshalb kam es nach einer Unterredung mit der Stadt dazu, einen Kompromiss zu finden. André Belger hatte seinerzeit angekündigt, dass seine Mitarbeiter vor Ort sein werden und die Einhaltung der Absprachen kontrollieren werden. Er bekräftigte auch, dass es sich um einen ernstzunehmenden Verkauf von Blumen handeln müsse. Wenn diese nur als Dekoration irgendwo platziert würden, reiche das nicht aus, um die Auflagen zu erfüllen.
Deal ist noch nicht ganz perfekt
Ganz perfekt ist der Deal mit Jochen Jakobs allerdings noch nicht, weil noch ein Einvernehmen mit der Caro-Leitung hergestellt werden muss. Dafür wäre ein Gespräch mit den Verantwortlichen erforderlich, das noch aussteht. Sprecherin Katrin de Buhr sagte auf Anfrage der Redaktion, dass es noch keine Entscheidung gegeben habe, ob der Caro zum Geranienmarkt am Sonntag öffnen wird oder nicht. Wer sich außer Jochen Jakobs dafür zur Verfügung stellen möchte, könnte sich unter der Telefonnummer der Designstuuv in Aurich (04941/9809918) mit ihr in Verbindung setzen.
Für Jochen Jakobs ist sein Engagement an dem verkaufsoffenen Sonntag auch ein Akt der Solidarität, wie er im Gespräch mit der Redaktion betonte. Gerade jetzt, wo die Geschäftsleute durch die Sanierung der Fußgängerzone und durch die Flautenstimmung der Wirtschaft gebeutelt seien, dürfe man den Kopf nicht in den Sand stecken. Gerade für die Pflanzenhändler sei der Termin im Frühjahr ein wichtiges Datum. Die Analysen von Besuchszahlen in Pflanzencentern zeigten, dass gerade Sonntage von vielen Menschen genutzt würden, um Stauden, Blumen, Büsche und Accessoires für den Garten zu besorgen.
Innenstadt soll gestärkt werden
Auch in den Augen von Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins (KV), ist der verkaufsoffene Sonntag ein wichtiges Ereignis, um die Innenstadt als Ganzes zu vermarkten. Wenn man die Veranstaltung richtig inszeniere, sei es möglich, Kunden von außerhalb zu locken. „Jemand, der aus diesem Grund beispielsweise aus Leer nach Aurich kommt, kauft nicht nur Pflanzen ein, sondern entdeckt vielleicht auch das Modehaus Silomon für sich“, beschreibt Udo Hippen Synergieeffekte, die mit dem verkaufsoffenen Sonntag verbunden sind. Schließlich gehe es darum, die Leute für den stationären Handel zu begeistern.
Der Stadt und dem KV wird allerdings bei diesem Vorhaben von der Gewerkschaft immer wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. In den vergangenen Jahren durften nur Geschäfte innerhalb des Innenstadtrings mitmachen, aber weder die Fachmarktzentren noch der Caro. In beiden Fällen sah Verdi keinen Bezug zu den Geschäften am Stadtrand, da sich die Veranstaltungen nur in der Innenstadt abspielten. Rechtsanwälte drohten der Stadt im Namen der Gewerkschaft mit Klagen. Es bleibt abzuwarten, ob in diesem Jahr wenigstens der Caro mit von der Partie ist.