Einkaufen in Ostfriesland Aurich, Emden, Leer – drei Fußgängerzonen zwischen Hoffen und Bangen
Die Fußgängerzonen in Aurich, Emden und Leer haben mit leerstehenden Geschäften zu kämpfen. Wie steht es um die Einkaufsstraßen in Ostfriesland? Wir haben uns umgeschaut.
Ostfriesland - Weil in der Leeraner Fußgängerzone derzeit eine ganze Reihe von Geschäften leer stehen, hatte sich im Wirtschaftsausschuss eine Diskussion über die Entwicklung der Mühlenstraße ergeben. Sorgen bereitete den Politikern und auch Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos), ob das Angebot auch in Zukunft so vielfältig sein wird, wie es jetzt ist.
Was und warum
Darum geht es: Aurich, Emden, Leer – alle drei Städte haben Fußgängerzonen mit einem breiten Angebot. Was macht sie aus?
Vor allem interessant für: alle, die in Ostfriesland shoppen wollen
Deshalb berichten wir: In der Leeraner Politik wurde jüngst über den Leerstand in der Fußgängerzone diskutiert und in dem Zusammenhang darauf verwiesen, dass andere Städte noch größere Probleme hätten. Deshalb haben wir uns die Fußgängerzonen einmal genauer angeschaut. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Henning Kruse, stellvertretender Vorsitzender der Leeraner Werbegemeinschaft und beratendes Mitglied des Ausschusses, zeigte sich aber optimistisch: Zum einen seien schon bald Neuansiedlungen zu erwarten, zum anderen sei die Leeraner Fußgängerzone auch jetzt noch sehr attraktiv. Andere Städte in Ostfriesland, beispielsweise Emden hätten größere Probleme.
Leffers als größtes Zugpferd in Leer
Großes Zugpferd in Leer ist das Kaufhaus Leffers, das auch Kunden aus Aurich und Emden anlockt. Jüngst hat die Kosmetikkette Rituals eine Niederlassung in der Mühlenstraße eröffnet. Ein deutliches Anzeichen, wie positiv die Leeraner Fußgängerzone beurteilt werde, findet Werbegemeinschaftschef Andreas Fricke, wie er der Redaktion sagte. Dieses Unternehmen siedele sich nur dort an, wo es zahlreiche Besucher und hohe Umsätze erwarte.
Punkten kann Leer auch mit der Nähe der Fußgängerzone zum Hafen und der Uferpromenade und der malerischen Altstadt, die sich unmittelbar an die Fußgängerzone anschließt. In der Burg- und der Rathausstraße finden Kunden vor allem inhabergeführte Geschäfte.
Kurze Wege in Emden
Die großen Sorgen für die Emder Fußgängerzone will Wilhelm Eilers, Chef der Emder Werbegemeinschaft Schaufenster Emden, nicht bestätigen. Genau genommen hat die Stadt drei Fußgängerzonen: Brückstraße, Große Straße und Zwischen den Sielen. Verbunden sind sie durch den Stadtgarten und die Neutorstraße, die ebenfalls viele große Geschäfte beherbergt, allerdings durch eine viel befahrene Fahrbahn durchschnitten wird.
Das sorge dafür, dass die Kunden in Emden einen kompakten Einkaufsbereich mit kurzen Wegen vorfänden, sagt Eilers. Dabei könne man aber trotzdem mit einem vielfältigen Angebot aufwarten. „Da sind wir auf einem guten Weg.“ Eine Lücke im Sortiment räumt er allerdings ein: „Vor allem in Sachen Männeroberbekleidung fehlt uns hier etwas.“ Das sorge dafür, dass Kunden zum Shoppen in andere Städte führen. Emden habe – wie wahrscheinlich jede Stadt in Deutschland – mit Leerständen zu kämpfen, vor allem in der Straße Zwischen den Sielen. „Aber ich bin davon überzeugt, dass dort schnell neue Mieter einziehen werden, wenn die Bauarbeiten in der Straße erst einmal abgeschlossen sind.“
Cafés und Restaurants beleben Auricher Innenstadt
Von einer Baustelle kann auch Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins in Aurich, auch ein Lied singen. Seit Jahren laufen die Arbeiten für die Sanierung der Fußgängerzone samt Kanalsystem. Nun ist ein Ende in Sicht. Ende des Jahres soll alles fertig sein. Dem fiebern Hippen und die Kaufleute entgegen – und dem Frühling. „Dann räumen die Cafés und Restaurants auf dem Marktplatz ihre Tische und Stühle nach draußen, dann ergibt sich ein sehr schönes und lebendiges Bild“, schwärmt Hippen, der froh ist, dass Aurich eine „zusammenhängende Fußgängerzone“ hat. Sie besteht aus Burg- und Ostertorstraße und der Norderstraße. Verbunden sind beide Bereiche durch den Marktplatz. Die dortige Markthalle steht noch leer, in der Stadt geht man allerdings davon aus, dass dort zeitnah das Café Extrablatt einziehen wird.
Auch in Aurich seien leerstehende Geschäfte ein Thema, „aber im Großen und Ganzen ist das klassische Fluktuation. Die Ladenlokale werden recht zeitnah wieder gefüllt“. Ein Sorgenkind sei allerdings der hintere Bereich der Ostertorstraße, wo viele Geschäfte leer stehen.
Insgesamt fänden die Kunden in Aurich „ein gut bestücktes Angebot und einen gesunden Mix auf Filialisten und inhabergeführten Läden“, findet Hippen. Fehlt ihm etwas im Angebot der Auricher Fußgängerzone? „Nein, eigentlich nicht“, sagt er. Er erinnere sich aber gerne an das Geschäft Radio Redenius, das mit seinen Schallplatten vor Jahren Anlaufpunkt für die jungen Leute gewesen sei. „Aber so etwas gibt es heute nicht mehr.“