Berlin It‘s-a-not-me! Warum Chris Pratt Mario spricht – und nicht die Original-Stimme
Chris Pratt und Charlie Day sprechen Mario und Luigi im neuen „Super Mario Bros. Film“. Viele Fans hatten sich für Mario die Stimme von Charles Martinet gewünscht, der in den Videospielen zu hören ist. Im Interview nehmen Pratt und Day Stellung zur Debatte.
30 Jahre nach dem spektakulären Kino-Flop „Super Mario Bros.“ kommt eine neue Version des Nintendo-Spiels auf die Leinwand. Im Titel klingt der „Super Mario Bros. Film“ fast wie der erste Versuch; ansonsten ist aber alles ganz anders: Diesmal ist die Geschichte animiert, kindgerecht und viel, viel näher am Videospiel.
Die Stimmen der Trickfiguren stammen von Superstars. Mario wird beispielsweise von Chris Pratt gesprochen, der mit „Guardians of the Galaxy“ und „Jurassic World“ zu Hollywoods A-Liga gehört. Marios Bruder Luigi übernimmt der aus den „Lego Movies“ und „Pacific Rim“ bekannte Charlie Day. Als Teil einer internationalen Journalistenrunde haben wir vor der Premiere mit den beiden gesprochen:
Frage: Wenn Kinder Super Mario spielen, wollen alle Mario sein. Wie gehen Sie, Charlie Day, damit um, dass Sie nur Luigi sprechen dürfen?
Antwort: Charlie Day: Ich komme sehr gut damit klar! Luigi zu spielen, ist eine Ehre! Aber ich verstehe die Kinder. Meine große Schwester wollte früher auch immer Mario sein. Ich war schon damals Luigi und nie so gut wie sie beim Springen und Ducken. Was passt, weil Luigi es als der Größere von beiden ja auch wirklich schwerer hat.
Das Gaming-Fachportal „IGN“ hat den Trailer zum „Super Bros. Film“ mit der Originalstimme von Charles Martinet hinterlegt. Tausenden Fans gefiel das:
Frage: Und Chris Pratt, wie geht es Ihnen damit, dass Sie nicht Charles Martinet sind – der Sprecher der Videospiele, den viele Fans sich auch als Filmstimme gewünscht hatten?
Antwort: Chris Pratt: Na ja, ich bin gern Chris Pratt. Das hat sich für mich immer als gut erwiesen. Und wir haben den Segen von Charles. Ich bin dankbar, dass er diese Kult-Stimme entwickelt hat. Sein Jubelruf „Wahooo!“ und sein „It’s-a-me!“ sind der Soundtrack meiner Kindheit. Allen, die so leidenschaftliche Fans sind wie ich, bietet der Film massenhaft nostalgische Einfälle. Ich glaube, wir haben das ziemlich gut hingekriegt.
Frage: Der Film erzählt von brüderlicher Liebe. Ist das etwas, wo Sie als Vater gern dabei sind?
Antwort: Chris Pratt: Auf jeden Fall. Wenn man ein Kind in dem Alter hat, in dem wir selbst zum ersten Mal Super Mario gespielt haben, dann ist es noch viel aufregender selbst mitzumachen. Und klar: Die Liebe zwischen zwei Brüdern, durchhalten, sein Bestes geben – das sind tolle Themen, für Kinder, aber natürlich auch für Erwachsene.
Antwort: Charlie Day: Meine ganze Karriere beruht auf einem ziemlich sperrigen, nicht jugendfreien Humor. Es ist toll, mal einen Familienfilm zu drehen, den mein Kind sehen kann, ohne dass es seine Kindheit ruiniert.
Frage: Wie haben die Menschen in Ihrem Umfeld reagiert, als Sie von Ihrer Rolle erfahren haben – die Kinder und die Erwachsenen?
Antwort: Charlie Day: Kinder sind immer begeistert. Überrascht hat mich, dass meine Freunde - Erwachsene in ihren 40ern – diesmal genauso aufgeregt waren wie mein elfjähriger Sohn.
Antwort: Chris Pratt: Mit meinem Bruder habe ich früher viel Super Mario gespielt. Und jetzt hat er mich gefragt: Willst du mich veräppeln? Mario spielst du jetzt auch noch?! Er hilft mir immer, die Dinge einzuordnen, mich zu erden und dankbar zu sein.
„Der Super Mario Bros Film“ des Jahres 2023 – hier sehen Sie den Trailer:
Frage: Wie haben Sie den Akzent eines Italo-Amerikaners aus Brooklyn trainiert?
Antwort: Chris Pratt: Mit der Maskenbildnerin, mit der ich bei einem anderen Film zusammenarbeite. Sie stammt aus Brooklyn. Der habe ich immerzu gesagt: Hör dir mal dies an: Klinge ich richtig? Ihre Antworten: Nein! Nope! Schon wieder daneben! – Das hat geholfen. Außerdem haben uns die Regisseure wieder und wieder die Aufnahmen vorgespielt, in denen sie uns gut fanden, sodass wir es wirklich verfeinern konnten. Animation ist kein Bühnenstück; man kann Zeile für Zeile dran arbeiten und in die Feinjustierung gehen.
Frage: Im Film ist Prinzessin Peach eine starke Frau; wertet das die Geschichte des Videospiels vielleicht sogar auf?
Antwort: Chris Pratt: Ich hab zwei Töchter; und wenn die erstmal alt genug für den Film sind, wollen sie bestimmt Prinzessin Peach sein, kämpfen und ihre Superkräfte ausspielen – und all die Dinge machen, die in der Pop-Kultur bislang eher Jungs vorbehalten waren. Da geht der Weg lang. Mädchen wollen diesen Film genauso gerne sehen wie Jungs; und sie wollen was anderes sein als die ewige Jungfrau in Not.
Antwort: Charlie Day: Es war eine gute Entscheidung, Peach zur Anführerin zu machen. Sie ist mutig, sie treibt die Handlung voran. Sie fährt ein Motorrad, aber sie ist auch verantwortungsbewusst und trägt einen Helm.
Filmstart: „Der Super Mario Bros. Film“ kommt am Mittwoch, 5. April 2023, bundesweit in die Kinos.
Schön schlecht: So sah der Trailer zum gescheiterten „Super Mario Bros“-Film aus dem Jahr 1993 aus: