Hamburg  Günther Jauch attackiert Kandidatin: „Sie sind das Problem“

Daniel Batel
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Von Daniel Batel
| 04.04.2023 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der aktuellen Folge „Wer wird Millionär“ ließ Jauch eine Kandidatin spüren, dass er sie loswerden wollte. Foto: RTL Plus
In der aktuellen Folge „Wer wird Millionär“ ließ Jauch eine Kandidatin spüren, dass er sie loswerden wollte. Foto: RTL Plus
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Eine junge Lektorin aus Halle an der Saale hat sich bei „Wer wird Millionär“ eine Stange Geld erspielt. Doch auf dem Weg dahin musste sie Häme und Spott von Moderator Günther Jauch über sich ergehen lassen.

„Wir kommen nicht alle gleich schnell ans Ziel.“ Das ist nicht bloß ein Kalenderspruch, sondern Günther Jauchs nüchterne Feststellung über Kandidaten in seiner Quizsendung bei RTL. Mit Isabel Neumerkel aus Halle hatte er so seine Schwierigkeiten.

Die junge Kandidatin kam in der aktuellen Folge von „Wer wird Millionär?“ bei der 8.000-Euro-Frage ins Straucheln. Die Frage lautete: „Wer amtiert seit Februar 2023 als ...?“ Entweder Olaf Scholz als Schwarzbrotprinz, Friedrich Merz als Rotweinpräsident, Christian Lindner als Grünkohlkönig oder Robert Habeck als Käpt‘n Blaubeer.

Die Kandidatin stand auf dem Schlauch. „Für diese Frage habe ich einen Politik-Joker“, sagte sie. Der wusste natürlich die richtige Antwort, C: Lindner als Grünkohlkönig. Dank ihres Jokers ging es für Isabel Neumerkel also eine Runde weiter. Doch bei der nächsten Frage, welcher berühmte Berg für seine nahezu perfekte Kegelform bekannt ist, wusste sie wieder nicht weiter – der Fujiyama, der Montblanc, der Tafelberg oder der Uluru?

Als die Kandidatin laut nachdenkt und „diesen Berg auf der Wasserflasche“ vor Augen hat, runzelt Jauch die Stirn. „Ich wüsste nicht, auf welcher Wasserflasche der jemals zu sehen war“, sagte er sichtlich genervt. Jauchs Geduld schien endgültig am Ende zu sein.

Der Zusatzjoker hilft, die Kandidatin entscheidet sich nach einem Einzelhinweis aus dem Publikum richtigerweise für den japanischen Fujiyama. Für Unverständnis beim Moderator sorgte, „dass man sich die Antwort von der Bergform herleiten“ konnte. Aber Neumerkel entgegnete: „Einfach wäre es, wenn man mich etwas fragt, was ich auch weiß.“

Bei der 32.000-Euro-Frage: „Wer veröffentlichte kürzlich als Essenz aus über drei Jahrzehnten seines Schaffens The Liechtenstein Tapes?“ zog Neumerkel ihren noch verbliebenen 50:50-Joker. Aber dann fing sie wieder an, lange zu überlegen. Jauch wirft süffisant ein: „Drei Jahrzehnte sind dreißig Jahre.“

Der Moderator wendet sich ans Studiopublikum und sagt: „Ich kürze es mal ab: Sie weiß es überhaupt nicht.“ Als sie ansetzt und sagt: „Das Problem ist...“ entgegnet Jauch: „Das Problem sind Sie im Moment.“ Trotzdem entscheidet sich Neumerkel für die korrekte Antwort: Die Fantastischen Vier. Jauch seufzt.

Um die Zeit zu verkürzen, setzt er Isabel Neumerkel unter Druck: „Sie müssen bei der nächsten Frage jetzt eine Entscheidung treffen, bevor ich mein Wasserglas ausgetrunken habe.“ „Wollen Sie mich loswerden?“, fragt Neumerkel. „Ja, das gebe ich zu“, kontert Jauch.

Für 64.000 Euro wollte er wissen: „Welche Bezeichnung hat die Vorrichtung rechts an der Griffstange zahlreicher Einkaufswagen?“. Jauch setzte zu einem finalen Wasserschluck an: „Mhh, das schmeckt ja wie direkt vom Fujiyama.“ Sein Verhalten gegenüber der Kandidatin ordnet der Moderator dann gleich selbst ein. „Alle zehn Sekunden schalten hier 4000 Leute ab, wenn‘s gut läuft.“

Für Isabel Neumerkel lief es nicht mehr, sie hörte auf. Pflichtgemäß fragte Jauch, was sie mit dem Geld machen wolle. Als sie noch mitten im Wort war, stand Jauch demonstrativ auf. „Eine Auszeit nehmen“, sagte sie und verließ mit 32.000 Euro das Studio. So ganz schien der Moderator das Erlebte aber noch nicht verarbeitet zu haben. „Liebe Regie: Wer gönnt mir mal eine Auszeit?“

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