Nato-Beitritt Finnlands Ein Zeichen der Stärke
Der Krieg Russlands in der Ukraine hat die Nato aus dem Koma gerüttelt – und Finnland in die Arme des Verteidigungsbündnisses getrieben. Vor Putins Aggression wäre das undenkbar gewesen.
Russlands Präsident hat sich taktisch und strategisch verkalkuliert und damit die Allianz aus dem Koma wachgerüttelt. Wer hätte in Finnland ohne die Aggression aus Moskau ernsthaft eine Nato-Mitgliedschaft erwogen? Erschrocken über die Skrupellosigkeit des Nachbarn aber haben die Menschen fast über Nacht ihre Meinung geändert. Sie passten sich an eine neue Realität an, die ihnen Russland mit jedem Kriegstag und jedem tödlichen Angriff erbarmungslos aufzeigt und in der sie auf die Kraft der Nato als möglichen Schutzschirm der Zukunft setzen. Das Signal der Abschreckung wird noch unterstrichen wie auch die Botschaft an die autoritären Kräfte dieser Welt, dass sich Demokratien zur Verteidigung ihrer westlichen Werte zusammenschließen und für einander eintreten können, wenn diese infrage gestellt werden. Das sollte auch Bürger außerhalb der Ukraine beruhigen.
Mit dem Beitritt manifestiert sich zudem der Kurs des Westens, der bestimmt ist durch einen Grundgedanken: Es wird keine Rückkehr zum 23. Februar 2022 geben. Am Tag darauf marschierten die Streitkräfte des Kremls in die Ukraine an. Und so hat Putin mit seiner Aggressivität das Gegenteil von dem erreicht, was er beabsichtigt hatte. Die von ihm so gehasste Nato bewährt sich in der Krise nicht nur als Gemeinschaft, die Stärke und Solidarität zeigt. Sie stellt sich mit einem weiteren kraftvollen Partner auch für die ungewisse Zukunft auf.
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