Rathausspitze wird weiblicher Auricher Bürgermeister ist von Frauen umzingelt
Abgesehen vom Bürgermeister besteht das Führungsteam im Auricher Rathaus ausschließlich aus Frauen. Horst Feddermann findet das gut.
Aurich - Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) ist allein unter Frauen: Zum 1. April hat im Rathaus eine neue Fachbereichsleiterin für Soziales angefangen. Es ist eine alte Bekannte: Sandra Grau (48) leitete bislang das Familienzentrum an der Jahnstraße. Um den Fachbereich Soziales hatte sich der Erste Stadtrat Hardwig Kuiper gekümmert. Er geht zum 30. Juni in den Ruhestand, ist aber schon weg.
Neue Erste Stadträtin wird zum 1. Juli die jetzige Fachbereichsleiterin für Recht, Ordnung und Bürgerdienste, Laura Rothe. Die 32-Jährige nimmt ihren Fachbereich mit. Daher ist das Soziale vakant. Der Fachbereich Bauen unterliegt Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß. Zum 1. Juli fängt zudem eine neue Kämmerin an. Bislang hatte Feddermann den Fachbereich Finanzen selbst geleitet. Er brauche jedoch Entlastung, sagte der 58-Jährige am Mittwoch in einem Pressegespräch. Seit dem Ende der Corona-Beschränkungen habe er wieder deutlich mehr Termine und komme nicht hinterher.
„Ich bin umzingelt von Frauen“
Zum 1. Juli werde das Team an der Rathausspitze komplett sein, sagte Feddermann mit Blick auf die neue Kämmerin, deren Namen er noch nicht nannte – und stellte fest: „Ich bin umzingelt von Frauen.“ Er finde das gut, beeilte er sich hinzuzufügen. Wäre es umgekehrt, eine Frau unter Männern, hielte es niemand für erwähnenswert, betonte er. Die Bewerbungen der Frauen seien durchweg besser gewesen.
Für Sandra Grau ist es ein Sprung auf der Karriereleiter. Seit der Eröffnung 2015 hatte die Diplom-Psychologin das Familienzentrum geleitet. Nun ist sie für das große Ganze verantwortlich: Neben dem Familien- und Jugendzentrum sind das die Schulen, das Historische Museum, das Mach-mit-Museum, die Kunstschule, die Stadtbibliothek und das Zentrum Natur und Technik. Das Familienzentrum wird zunächst kommissarisch von Tanja Munzig geleitet.
„Jemand, der das Thema lebt“
Feddermann bezeichnete Grau als „die ideale Besetzung“, da sie selbst aus dem sozialen Bereich komme. Sie sei „jemand, der das Thema lebt“. Daher könne sie auch die Politik mit ihren Vorschlägen überzeugen, hofft der Bürgermeister. Die Diplom-Psychologin hat ein Weiterbildungsstudium in Sozialmanagement absolviert. Grau hat Erfahrung in der Jugendarbeit und der Familienhilfe. „Da guckt man mit einem anderen Blick auf Dinge“, sagte die 48-Jährige.
Die neue Fachbereichsleiterin legt großen Wert auf Vernetzung. Diesen Kurs will sie beibehalten. „Wie können wir gemeinsam Ziele erreichen, auch über Grenzen hinweg?“ Neue Kombinationen brächten mehr Möglichkeiten. Sie könne sich zum Beispiel eine Zusammenarbeit der Stadt mit der Kaufmannschaft auch in sozialen Belangen vorstellen. Die Stadt müsse abwägen, was sie sich leisten kann und wo sie Abstriche machen muss. „Wenn man in eine bestimmte Position geht, kann man nicht Everybody′s Darling sein.“ Feddermann sieht es genauso: „Natürlich darf man die sozialen Aspekte nicht vergessen.“ Doch die Stadt könne das Geld nicht mit der Gießkanne verteilen. Sie müsse Schwerpunkte setzen.