Kommentar zur Woche Großefehn zieht Reißleine – RTC wirft einen langen Schatten
Die Gemeinde Großefehn legt den Betrieb im Reitsport-Touristik-Centrum Timmel still. Endlich. Das Projekt war von Anfang an aberwitzig.
Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am vergangenen Wochenende in Großefehn die Nachricht, dass die Gemeinde das Reitsport-Touristik-Centrum (RTC) Ostfriesland dichtmachen will. Zum Jahresende soll Schluss sein. Der Reit- und Veranstaltungsbetrieb in Timmel wird eingestellt – vorausgesetzt, der Rat stimmt am Dienstag zu, was als sicher gilt.
Das RTC war von Anfang an ein Millionengrab. Seit der Eröffnung 2008 musste die Gemeinde Jahr für Jahr sechsstellige Beträge aufbringen, um die Verluste auszugleichen. Solche Nachrichten kennt man sonst vom Landkreis Aurich, der für Millionenverluste der Kliniken aufkommen muss. Dabei geht es um Daseinsvorsorge. Niemand bezweifelt, dass eine Kommune ein Krankenhaus braucht. Aber eine Reithalle? Das ist aberwitzig. Nach 15 Jahren läuft die Zweckbindung der Fördermittel aus. 3,3 Millionen Euro hätten zurückgezahlt werden müssen, wenn die Gemeinde das RTC eher dichtgemacht hätte. Nun kann sich Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) endlich von der Altlast seines Vorvorgängers Hayo Wolters (CDU) befreien, der sich mit dem RTC einen Traum erfüllen wollte. Völlig befreit ist die Gemeinde aber nicht. Auch nach der Betriebsstilllegung fallen Unterhaltungs- und Abschreibungskosten an. Das RTC wirft noch einen langen Schatten.
Die Autorin erreichen Sie unter m.luppen@zgo.de
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