Getränk aus Belgien Warum es ein Bier namens „Holtland“ gibt
In den Niederlanden gibt es ein Bier, das genauso heißt wie eine Gemeinde im Landkreis Leer. Wir begeben uns auf Spurensuche und klären, ob das Gebräu eigentlich schmeckt.
Holtland - Ein ostfriesischer Tourist brachte kürzlich eine Bierdose aus den Niederlanden über die Grenze in den Landkreis Leer – nichts ungewöhnliches. Doch der Name des Bieres fiel ihm schnell ins Auge: „Holtland“ stand auf der Dose. Bei näherer Betrachtung stellt sich schnell heraus, dass das Bier nicht aus der Gemeinde Holtland im Landkreis Leer stammen kann. Stattdessen ist als Produzent die Brauerei Martens im belgischen Bocholt angegeben.
Was und warum
Darum geht es: In den Niederlanden wird ein Bier mit dem Namen „Holtland“ verkauft.
Vor allem interessant für: Menschen aus Holtland und Freunde von Biergenuss.
Deshalb berichten wir: Der Autor stieß auf ein Foto des Dosenbiers. Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de
Die Brauerei hat eine lange Tradition. Ihre Anfänge reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Heute produziert das Unternehmen in der Provinz Limburg nach eigenen Angaben jährlich mehr als drei Millionen Hektoliter Bier – genügend um 250 Auflagen des Münchner Oktoberfestes auszutragen. Der Großteil der in Bocholt produzierten Biere geht ins Ausland. Die Brauerei vertreibt zwar vier eigene Biermarken. Doch die Mehrheit landet in Dosen und Flaschen internationaler Auftraggeber. Ein Beispiel für den deutschen Markt ist etwa das Bier „Maternus“, das für Aldi produziert wird.
Brauerei weiß nicht, woher Bier seinen Namen hat
Bei Maternus ist der Fall klar. Der Name erinnert an die Brauerei Martens, die das Bier im Auftrag der Discounter-Kette herstellt. Im Falle der Marke Holtland sieht die Sache schon komplizierter aus. Die Brauerei Martens selbst kann nämlich keine Angaben dazu machen, warum Holtland-Bier nun eigentlich Holtland-Bier heißt. Nur so viel: Das Bier werde im Auftrag des niederländischen Lebensmittelkonzerns Superunie produziert, so ein Sprecher der Brauerei. Dieser betreibt mehr als ein Dutzend Supermarkt-Ketten in Europa.
Weil Superunie der Auftraggeber sei, könne der Hintergrund des Namens vielleicht dort erfragt werden, so der Brauerei-Sprecher. Eine Anfrage der Redaktion bei Superunie blieb aber leider unbeantwortet. Zumindest ergibt eine schnelle Internet-Recherche jedoch, dass es in den Niederlanden einen Ort namens Holtland gibt. Auch ohne einen Besuch des kleinen Weilers wird aber schnell deutlich, dass dieses niederländische Holtland als Namensgeber des Bieres auszuscheiden scheint. Auf Satelittenbildern ist dort nämlich lediglich eine handvoll Häuser zu erkennen.
Zweifelhafter Geschmack
Viel eher könnte dagegen hinter dem Namen Holtland eine altertümliche Bezeichnung für die niederländische Region Holland stecken. Sprachwissenschaftler vermuten, dass der Name soviel wie „waldreiches Land“ bedeutet. Und hier schließt sich tatsächlich der Kreis zum ostfriesischen Holtland. Auch hier vermutet die Ostfriesische Landschaft nämlich denselben Namensursprung.
Bleibt die Frage nach dem Geschmack des Bieres. Geht es nach diversen Online-Rezensionen macht das Bier seinem Namen keine Ehre. Das Getränk erntet überwiegend eine Mischung aus Spott, Häme und scharfer Kritik. „Der Geruch ist fürchterlich. Es kommt einem eine geballte Ladung Muff und Metall entgegen“, schreibt ein Tester. „Schmecken tut man allerdings so gut wie gar nichts. Einfach nur leicht bitteres Wasser, da ist wirklich nicht mehr dran.“ Wer ein nicht ganz so vernichtendes Urteil finden möchte, muss im Internet schon ein wenig suchen. Dann lässt sich immerhin die Rezension eines nicht ganz so harten Kritikers finden. „Kann man trinken und ist auch recht süffig aber ein Spitzen-Bier ist es auch nicht“, lautet sein Urteil. Na dann: Prost!