Entwicklung in Leeraner Innenstadt Parkplatz auf Ernst-Reuter-Platz soll einer Bar weichen
Lange wurde darüber geredet, dass sich etwas auf dem Ernst-Reuter-Platz tun solle. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Ein Investor stellt am Dienstag seine Pläne vor.
Leer - Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten immer mal wieder durchblicken lassen: Auf dem Ernst-Reuter-Platz dürfte sich in nicht allzu ferner Zukunft etwas tun. Es gebe schon recht konkrete Pläne, hatte er beispielsweise beim Neujahrsempfang angedeutet. Die Bürger dürften gespannt sein, hatte er mit einem Grinsen hinzugefügt.
Was und warum
Darum geht es: Auf dem Ernst-Reuter-Platz soll der Parkplatz am Wasser offenbar in Kürze einer Bar weichen.
Vor allem interessant für: alle, die sich gerne in der Leeraner Innenstadt aufhalten
Deshalb berichten wir: Am Dienstag informiert ein Investor über seine Pläne für eine Nordbar auf dem zentralen Platz. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Am Dienstagnachmittag werden diese Pläne für einen der zentralen Plätze in Leer nun vorgestellt werden. In der öffentlichen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses (17 Uhr, Raum 413 im Rathaus) geht es um das Vorhaben „Nordbar“, das der Investor Jalmaz Acar auf dem bisherigen unteren Parkplatz am Wasser umsetzen will. Acar ist in der Leeraner Gastronomie kein Unbekannter. Ihm gehören die Bar 360 Grad und die ehemalige Hafenbar – das spätere Restaurant Noho – am Willy-Brandt-Platz.
Ergebnis der Bürgerworkshops
Dass der Parkplatz aufgegeben werden und stattdessen dort ein multifunktionaler Platz entstehen soll, sei ein Ergebnis der jüngsten Bürgerworkshops gewesen, teilt die Stadtverwaltung in den Unterlagen für die Ausschusssitzung mit. Dort sollten temporäre Nutzungen beispielsweise durch Gastronomie, Kultur oder Kunst möglich sein. Erster Nutzer soll offenbar Jalmaz Acar sein. Die Verwaltung wolle ihm die Fläche für die Nordbar für drei Jahre für „eine angemessene Sondernutzungsgebühr“ zur Verfügung stellen. Die Gebühr ergebe sich aus der Sondernutzungssatzung. Man verspreche sich durch die Nordbar eine Steigerung der Attraktivität der Innenstadt und eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf dem Platz, der bisher vor allem für den Wochenmarkt genutzt wird.
Damit das möglich ist, muss die Stadt allerdings erst einmal in die Tasche greifen. 35.000 Euro werde es voraussichtlich kosten, die Fläche herzurichten, das heißt die Trinkwasser- und Stromversorgung sowie die Abwasserentsorgung sicherzustellen. Die Summe ist im Doppelhaushalt für die Jahre 2023 und 2024 eingeplant.
Schon lange soll der Ernst-Reuter-Platz aufgewertet werden
Dass aus dem Ernst-Reuter-Platz mehr gemacht werden sollte, wird in Leer schon seit Jahren diskutiert. Mit der Lage mitten in der Innenstadt und direkt angrenzend an den Sportboot-Hafen könnte er zu einem Anlaufplatz für Leeraner und Touristen werden und zum Aufenthalt einladen, so die Argumentation. Immer wieder im Gespräch ist auch eine Aufwertung des dortigen Spielplatzes.
Die Rede war zuletzt im Sommer 2021, damals noch unter Bürgermeisterin Beatrix Kuhl, von einem Stadtstrand mit Beach-Bar und Spielgeräten. Das war damals ein zentrales Projekt, für das der Antrag für das Förderprogramm Perspektive Innenstadt gestellt wurde, was den Kommunen helfen soll, die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Den Zuschlag für knapp 900.000 Euro Fördergeld hat die Stadt zwar bekommen, sich aber unter Bürgermeister Claus-Peter Horst zunächst auf eine Umgestaltung der Ledastraße konzentriert. Die wiederum war jüngst von der Politik kurzfristig wieder gestrichen worden, weil die Kosten immer weiter gestiegen waren.
Nun kommt offenbar der Ernst-Reuter-Platz zuerst zum Zuge, der eigentlich zugunsten der Ledastraße nach hinten verschoben worden war. Was konkret für die Nordbar geplant ist, werden Acar und der von ihm beauftragte Architekt Sükrü Begic aus Hannover in der Ausschusssitzung an diesem Dienstag vorstellen.
Deren Konzept habe die Stadtverwaltung überzeugt, sagt Stadtsprecher Edgar Behrendt. Es habe keine Ausschreibung oder ein anderes offizielles Auswahlverfahren gegeben. „Aber im Zuge der Diskussionen um die Perspektive Innenstadt haben zwei Investoren die Initiative ergriffen und sind mit ihren Ideen für die Nutzung der Parkflächen am Hafen auf uns zugekommen. Wir haben uns intensiv mit ihnen und ihren Plänen ausgetauscht.“ Acar sei letztlich der einzige gewesen, der ein konkretes Konzept vorgelegt habe.