Es kann weitergehen Emder Politik stimmt geschlossen für Neutorstraßen-Umbau
Nachdem die Stadtverwaltung recht kurzfristig über das Ende der Verkehrsexperimente und eine finale Lösung informiert hatte, sah die Politik noch Redebedarf. Jetzt konnte man sich einigen.
Emden - Die Stadtverwaltung hat nun grünes Licht von der Politik bekommen, um den Umbau der Neutorstraße weiter zu verfolgen. Im Stadtentwicklungsausschuss des Rats am Donnerstagabend stimmten alle Fraktionen geschlossen für einen von der SPD und Verwaltung leicht abgeänderten Beschluss. Demnach soll eine der Hauptverkehrsadern der Stadt in Zukunft als Einbahnstraße in Nord-Süd-Richtung mit breiten Radstreifen rechts und links der Auto-Fahrbahn umgestaltet werden.
In einem zweiten Schritt soll eine Polleranlage ähnlich der am Neuen Markt installiert werden, durch die die Straße zu besonderen Anlässen für Autos gesperrt werden kann. Der Bereich der Neutorstraße zwischen Agterum und altem Rathaus soll sogenannter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich werden. Die Straße wird in dem Abschnitt erhöht und gepflastert. Es könnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 10 und 30 Kilometern pro Stunde gelten. Details müssen dazu noch geklärt werden.
So geht es bei der Neutorstraße nun weiter
Die Fördermittelzusage für den Umbau sei nun da, sagte Stadtbaurätin Irina Krantz. Jetzt soll die europaweite Ausschreibung für den Planer der Arbeiten starten. Man wünscht sich einen Abschluss der Umbauarbeiten bis Mitte 2026. Bis zu Beginn der Sanierung soll die Straße so bleiben wie jetzt. Die Markierungen sollen aber zeitnah erneuert werden. Dafür war der Beschluss von diesem Donnerstag nötig.
Die Entscheidung war zuvor geschoben worden, weil die Fraktionen noch Diskussionsbedarf sahen. Sie fühlten sich von dem plötzlichen Ende der Verkehrsexperimente und dem finalen Beschlussvorschlag der Verwaltung überrumpelt. Irina Krantz entschuldigte sich dafür im aktuellen Ausschuss erneut. Krankheitsbedingt sei es zu einer Verzögerung und dann zur Kurzfristigkeit gekommen.
SPD will Faldern nicht vergessen wissen
Der SPD war es nun wichtig, in dem aktuellen Beschluss zu ergänzen, dass parallel zur Umgestaltung der Neutorstraße eine Lösung für die Friedrich-Ebert-Straße beziehungsweise die Stadtteile Klein und Groß Faldern gefunden wird. Dorthin weichen nämlich Fahrzeuge oftmals aus, was zu Beschwerden der Anwohner führt. Weil der ursprüngliche Änderungsantrag der SPD der Stadtverwaltung zu wenig Spielraum gelassen hätte, hat man sich gemeinsam für eine neue Formulierung entschieden.
Stadtbaurätin Irina Krantz sprach von einer „wenn dann“-Formulierung in dem SPD-Vorschlag, die die Stadt in ihrem Ausschreibungsverfahren für die Arbeiten in der Neutorstraße behindern würde. „Ich schreibe nicht europaweit aus, wenn die Arbeiten dann vielleicht nicht vollzogen werden können“, sagte sie. Auch FDP und GfE sprachen sich gegen den „zu rigorosen“ SPD-Vorschlag aus. „Wir haben ein Signal von der Verwaltung bekommen und sollten auch darauf vertrauen“, meinte Jochen Eichhorn (GfE).
In der kommenden Woche sei ein erneuter Runder Tisch zum Thema Faldern angesetzt, sagte Krantz. Es gebe einen „Strauß an Möglichkeiten“, um die Verkehrssituation in dem Bereich zu beruhigen, meinte auch Rainer Kinzel, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz. Die wolle man zusammenstellen und dem Rat präsentieren. Gemeinsam wolle man eine Lösung finden. Am Ende sei es jeweils die Politik, die jeden Schritt absegnen müsse, so Kinzel.
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Eine Befreiung vom Auto wäre besser
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