Meppen Gartenexpertin gibt Tipps: So halten Sie Unkraut in Ihrem Garten in Schach
Nicht alle Unkräuter muss man jäten, sagt die Biologin und Gartenexpertin Jutta Over. Während sich Gräser und Ackerkratzdistel nicht vermehren sollten, sind ihr Mohn und Gänseblümchen durchaus willkommen. Sie erklärt, was zu tun ist, damit ungebetene Pflanzen im Garten nicht Überhand nehmen.
Unkraut im Beet muss nicht unbedingt ein Ärgernis sein. Wer es sich genauer anschaut, kann etwas über die Beschaffenheit des Bodens erfahren. Breitet sich beispielsweise überwiegend der Ackerschachtelhalm aus, ist das laut der Biologin und Gartenexpertin Jutta Over aus Meppen ein Zeichen, dass dort zu viel gespritzt wurde. „Der Boden ist dann sauer und es bleibt eigentlich nur der Ackerschachtelhalm übrig, dem das nichts ausmacht.“ Die Vogelmiere hingegen zeige einen humusreichen Boden an.
Oft kann man sich die Arbeit des Jätens sparen, denn nicht alle wilden Pflanzen werden zum Problem für den Gartenbesitzer.
Biologin Jutta Over unterscheidet in ihrem Garten drei Kategorien von wilden Pflanzen:
„Generell hat jedes Kraut irgendeinen Sinn, weil es zum Beispiel Tieren Nahrung bietet oder den Boden auflockert. Ich möchte keines verdammen, nur der Platz in einem Garten ist begrenzt und dort soll sich nicht alles ausbreiten“, sagt Jutta Over.
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Manche Pflanzen, die sich selbst im Garten ausgesät haben, sind einfach schön anzusehen: Mohn hat Over nicht gepflanzt, er stört aber auch nicht und darf weiter wachsen. Auch über diese Wildpflanzen freut sich die Biologin:
Als Beispiele für Pflanzen, die Jutta Over sofort entfernt, weil sie sich sonst unkontrolliert ausbreiten, nennt die Gartenexpertin:
Damit das nicht passiert, müssen Gartenbesitzer sehr regelmäßig eingreifen. Die sichtbaren Pflanzenteile mit der Hand zu entfernen, reicht allerdings oft nicht aus, um die ungebetenen Beet-Bewohner dauerhaft loszuwerden.
Deshalb ist der Ausstecher für Jutta Over ein unverzichtbares Gerät, um die Beete in der gewünschten Form zu halten und beispielsweise Löwenzahn mit seiner tiefen Wurzel zu entfernen.
Als Beispiele für Pflanzen, die Over im Auge behält und nur dann entfernt, wenn sie sich zu stark ausbreiten, nennt sie:
Dabei muss man diese Pflanzen nicht immer jäten. Die Biologin setzt auf Bodendecker wie den Balkan-Storchschnabel, um Wildkräuter in Schach zu halten: „Selbst der Girsch hat hier keine Chance“, sagt sie und zeigt auf eine dicht bewachsene Ecke des Gartens, an dessen Rändern der Girsch seine Grenze findet.
Dabei ist Girsch eines der Wildkräuter, die sich zwar ohne Gegenmaßnahmen sehr stark ausbreiten, aber zugleich eine Verwendung in der Küche finden können. Jutta Over hebt unter anderem den hohen Vitamin-A-Gehalt hervor. Auch andere Wildkräuter wie Aniskerbel kommen bei ihr auf den Teller.