Hamburg Grafik zeigt: So viele Menschen kaufen noch CDs und Schallplatten
Längst hören die meisten Menschen ihre Lieblingsmusik über Streamingdienste wie Spotify oder Apple Music. Lohnt sich für die Plattenfirmen das Geschäft mit CDs und Vinyl überhaupt noch?
Den 22. April 2023 dürften sich viele Musikliebhaber und Schallplattensammler im Kalender rot angestrichen haben. Denn an diesem Tag veranstalten wieder zahlreiche unabhängige Plattenläden den Record Store Day. Nach Angaben der Initiative nehmen in diesem Jahr weltweit mehr als 3000 Geschäfte an der Aktion teil.
Was den Record Store Day so besonders macht? Zum einen wird die Kultur der Plattenläden gefeiert, zum anderen veröffentlichen viele Bands an diesem Tag besondere Raritäten auf Vinyl oder bringen längst vergessene Alben wieder auf den Markt.
Doch auch wenn der Aktionstag für Musik-Fans ein Grund zur Freude ist, stellt sich die Frage, wer in Zeiten von Streamingdiensten überhaupt noch zu physischen Tonträgern greift. Wie der Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) mitteilt, wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 124 Millionen Euro mit Vinylalben umgesetzt.
Sehen Sie in der Statista-Grafik den Umsatz mit physischen Tonträgern zwischen 2019 und 2022:
Mit diesem Ergebnis setzt die Schallplatte ihr seit zehn Jahren anhaltendes Wachstum fort. Allerdings kann das schwarze Vinyl nicht den ausbleibenden Umsatz kompensieren, mit dem physische Tonträger bereits seit längerem zu kämpfen haben.
So gingen die Einnahmen durch CD-Verkäufe im Vergleich zum Jahr 2021 um erneut zirka 17 Prozent auf 267 Millionen Euro zurück. Sollte dieser Trend weiter anhalten, könnte die Schallplatte die CD in den kommenden Jahren beim Umsatz ablösen.
Unterdessen verzeichnen Streamingdienste wie Spotify und Apple Music Umsätze, von denen CD und Vinyl nur träumen können. Im vergangenen Jahr wurden allein in Deutschland rund 1,5 Milliarden Euro mit dem Streaming von Musik umgesetzt.
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