Delmenhorst  Niedersachsen: Sieben auf Parkplatz ausgesetzte Babykatzen gestorben

Sebastian Hanke
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Von Sebastian Hanke
| 26.04.2023 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Diese Babykatze ist eine von den sieben Kitten, die in Delmenhorst ausgesetzt wurden. Kurze Zeit später starb das junge Tier. Foto: Jana Güler
Diese Babykatze ist eine von den sieben Kitten, die in Delmenhorst ausgesetzt wurden. Kurze Zeit später starb das junge Tier. Foto: Jana Güler
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Vermutlich weniger als 24 Stunden alt waren sieben kleine Katzen, als sie im Regen in Delmenhorst gefunden wurden. Das Tierheim Bergedorf spricht von „Horror“ und bittet um Mithilfe.

Auch am Tag danach ist Jana Güler vom Tierheim Bergedorf fassungslos. Traurig. Wütend. Am Montagabend hat das Tierheim eigenen Angaben zufolge sieben Katzenbabys, sogenannte Kitten, aufgenommen. Diese seien zuvor bei einem Ganderkeseer Tierarzt abgegeben worden. Von einer Person, die diese auf dem Inkoop-Parkplatz an der Bremer Straße in Delmenhorst in einem Karton gefunden hatte. Ausgesetzt bei Wind und Wetter. Und es wird noch schlimmer: Die Katzenbabys waren gerade geboren, voller Blut.

„Das ist das Schlimmste, was wir bisher erlebt haben. Das ist sehr, sehr herzlos“, sagt Jana Güler gegenüber dieser Redaktion und spricht von einem Horrortag. Die Katzenbabys seien unterkühlt und entkräftet gewesen und wurden wahrscheinlich nicht einmal 24 Stunden alt. Nachdem bereits in der Nacht zu Dienstag die ersten gestorben waren, schafften es auch die anderen aufgrund von Unterkühlung, Katzenseuche und daraus resultierender Austrocknung nicht. Das teilte das Tierheim mit.

„Die sieben Katzenbabys sind tot. Weil sich ein Mensch dazu entschied, sie sterben zu lassen. Das ist schlimmste Tierquälerei“, sagt Jana Güler. Sie muss sich die Worte verkneifen, die sie eigentlich über den Vorfall denkt. Der Facebook-Post des Tierheims zum Fund der Katzenbabys hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Und in den Kommentaren hält sich nicht jeder so zurück wie Jana Güler.

Derweil denkt die Tierliebhaberin auch an das Muttertier. Sie sagt: „Nicht nur die Kitten haben gelitten. Auch die Mama wird jetzt leiden. Sie wird ihre Babys suchen.“ Sie hätte sich gewünscht, dass die Person die Katzenbabys direkt zum Tierheim gebracht hätte, statt diese auf dem Parkplatz auszusetzen hätte. Oder, dass wenigstens auch die Katzenmutter mit ausgesetzt worden wäre. Klingt makaber, doch Jana Güler begründet es so: „Die erste Muttermilch nach der Geburt ist so wichtig, da sie viele Antikörper enthält.“ Außerdem sei jetzt auch die Gesundheit der Katzenmutter aufgrund eines möglichen Milchstaus in Gefahr.

Derweil ruft das Tierheim Bergedorf alle Menschen, die am Montag etwas Verdächtiges gesehen haben, auf, sich bei der Polizei unter Telefon (0 42 21) 1 55 90 oder beim Tierheim zu melden. Jana Güler sagt: „Wir freuen uns über jeden Hinweis, damit solche Leute nicht ungestraft davon kommen.“ Möglicherweise könne man auch etwas über die Videoaufnahmen des Verbrauchermarktes erfahren. Der Fachdienst Veterinär- und Ordnungswesen der Stadt Delmenhorst sagte auf Anfrage: „Es ist erschreckend, dass es Personen gibt, die sich auf diese Weise hilfloser Katzenbabys ‚entledigen‘“.

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