2023 erzielte er alle SV-Treffer  33 Tore in 12 Spielen – der Wunderstürmer von Wymeer

| | 26.04.2023 10:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein gewohntes Bild bei Spielen der Rheiderländer: ein Ball im Netz und ein jubelnder Malte Maas. Dabei behinderte ihn in der Hinrunde noch eine Knieblessur. Fotos: Lohmann
Ein gewohntes Bild bei Spielen der Rheiderländer: ein Ball im Netz und ein jubelnder Malte Maas. Dabei behinderte ihn in der Hinrunde noch eine Knieblessur. Fotos: Lohmann
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In der Fußball-B-Klasse erzielte Wymeer/Boen zehn Treffer in diesem Jahr. Aber es gab nur einen Torschützen. Mittlerweile buhlt schon ein Bezirksligist um den jungen Torkönig.

Wymeer - Solch eine Torquote ist im deutschen Fußball wohl einmalig: Der B-Klassenkicker Malte Maas hat 2023 sämtliche Treffer seines Klubs SV Wymeer/Boen erzielt. Der 22-Jährige darf sich also „Mr. 100 Prozent“ nennen.“ Auch seine Saisonbilanz von nunmehr 33 Treffern bei zwölf Einsätzen ist grandios. Fast drei Tore gelingen dem Wunderstürmer aus Wymeer durchschnittlich pro Partie. Da ist auch sein Trainer Manfred Klock baff. „Malte ist eine Granate.“

Wymeer träumt vom Titel – dank Malte Maas.
Wymeer träumt vom Titel – dank Malte Maas.

Die zündete zum Rückrundenstart noch einen Tick explosiver als gewohnt. Man kann tatsächlich von einem Jahresstart „nach Maas“ sprechen. Das erste B-Klassenspiel 2023 gewannen die Rheiderländer gegen TuS Detern mit 4:1 – viermal Maas, drei Punkte. Es folgte ein 3:0 bei Frisia Brinkum. Auch dieser Kontrahent fand kein Mittel und keinen geeigneten Verteidiger gegen Maas. Dreimal bugsierte der Torkönig den Ball ins Netz. Am Sonntag folgte Partie Nummer drei in diesem Jahr. Und es lief für die Mannen in Orange wie gehabt: 3:0, dreimal Maas, der nächste Dreier im Kampf an der Tabellenspitze und das 10. Tor in Folge für seinen Verein in diesem Jahr. Der SV Wymeer/Boen träumt nach vielen Jahren mal wieder vom Titel – Malte Maas macht’s möglich.

Bruder gibt die Vorlagen

Trotz so vieler Komplimente bleibt der Maurer aus Wymeer, der mittlerweile in Boen wohnt, bescheiden. „Ich habe tolle Mitspieler, von denen bekomme ich Mega-Flanken.“ Bei den Vorlagen ist jede Menge „Maas-Arbeit“ dabei. Der ältere Bruder Marvin ist nämlich ein perfekter Passgeber. „Der macht das hervorragend“, sagt auch Trainer Klock.

Der Coach weiß um seine „Wunderwaffe“ in der B-Klasse. Seit mehr als 30 Jahren betreut er Fußballmannschaften. „Aber so einen Stürmer wie Malte habe ich noch nie gehabt.“ Der Trainer listet die Vorzüge auf: „Blitzschnell, geschickt im Zweikampf, starker Schuss.“

Torjäger baut gerade sein Haus

Zudem darf sich der SV Wymeer/Boen über die Treue seines Angreifers freuen. „Ich habe seit meiner Kindheit immer für Wymeer gespielt.“ So freute sich Manfred Klock, als die „Tormaschine“ des Dorfes vor vier Jahren endlich aus der Jugend ins Männerteam aufrückte. „Auch da war er gleich wieder treffsicher.“

Malte Maas ist immer einen Tick eher am Ball als die Gegenspieler.
Malte Maas ist immer einen Tick eher am Ball als die Gegenspieler.

Natürlich kam er im ersten Herrenjahr an seine aktuelle Traumquote noch nicht heran. Es folgten die abgebrochenen Corona-Fußballserien, in der das Potenzial von Malte Maas nicht so auffällig zu Tage trat. Nun aber beeindrucken alle Statistiken. Sein Tor-Durchschnitt läge wahrscheinlich sogar bei über drei Treffern pro Partie, wenn ihn in der Hinrunde nicht eine Knieverletzung geplagt hätte. Da verpasste Maas sogar eine der 13 Begegnungen. „Und zweimal blieb er ohne Tor“, erzählt der Trainer. Doch nach dieser ungewohnten Flaute produzierte Maas wieder Treffer auf Hochtouren. Dabei ist er körperlich jenseits des Spielfeldes laut Klock schwer eingespannt. „Malte baut als Maurer auch gerade sein eigenes Haus.“ Nach getaner Arbeit warten also Überstunden auf dem eigenen Grundstück. „Deshalb kommt er oft nur einmal pro Woche zum Training.“

„Verschwendung“ für die B-Klasse

Trotz der immensen körperlichen Belastung auf dem Bau hat er von seinen Qualitäten auf dem Feld nichts eingebüßt. 33 Treffer in zwölf Spielen – dieses Talent bleibt natürlich auch den Experten jenseits von Wymeer und Boen nicht verborgen. „Ja, es gibt ein paar Anfragen anderer Vereine“, räumt der Supermann der Strafräume ein. „Aber in Wymeer spielt nicht nur mein großer Bruder. Da habe ich auch meine Freunde im Team.“ Ob beim Osterfeuer, beim Maibaum oder bei der Boßeltour – Malte Maas ist auch privat ständig mit seinen Mitspielern unterwegs.

Trotzdem besteht ein gewisser Anreiz, den Torinstinkt mal in höheren Ligen auszuprobieren. Auf die Frage, ob denn der benachbarte Bezirksligist TV Bunde auch zu den Interessenten gehöre, kommt dem ehrlichen Kicker zögerlich ein „Jo“ über die Lippen. Der Trainer hätte sogar Verständnis, wenn sein Torjäger in höhere Sphären wechseln würde. „In der B-Klasse ist so ein Klasse-Mann eigentlich eine Verschwendung.“

Trotzdem besteht die Chance, dass Malte Maas dem kleinen Klub von der holländischen Grenze erhalten bleibt. „Wenn wir in die A-Klasse aufsteigen, dann werde ich Wymeer nicht verlassen“, versichert der 22-Jährige. Manfred Klock hat nun einen sehnlichen Wunsch. „Hoffentlich hält Maltes Quote auch am kommenden Sonntag.“ Dann tritt der SV Wymeer/Boen bei Spitzenreiter SG Collinghorst/Rajen an. Bei drei weiteren Maas-Treffern wäre ein Sieg wahrscheinlich und das Rheiderland-Team wieder mittendrin im Aufstiegsrennen. Vielleicht verläuft die Saison also doch noch ganz „nach Maas“ für den SV Wymeer/Boen.

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