Infos sollten vor Ostern kommen  Was ist jetzt eigentlich mit der Trogstrecke in Emden?

| | 26.04.2023 11:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Immer wieder wirft der Asphalt in der Trogstrecke wegen eindringender Feuchtigkeit Blasen und platzt auf. Foto: Päschel/Archiv
Immer wieder wirft der Asphalt in der Trogstrecke wegen eindringender Feuchtigkeit Blasen und platzt auf. Foto: Päschel/Archiv
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Im Moment geht es noch immer im Schneckentempo durch eine der wichtigsten Verbindungen zum Emder Hafen. Die Stadt hätte eigentlich längst über die nächste Planung berichten wollen.

Emden - Am 1. April war die als Trogstrecke bekannte Südumgehung zuletzt Gesprächsthema in Emden: Auf dem Instagram-Account „emden.gag“ wurde kurzerhand das Borssumer Freibad in den Trog verlegt. Beide Sanierungsvorhaben scheinen ein Fass ohne Boden zu sein. Während beim Freibad Borssum zuletzt bekannt wurde, dass es noch einmal teurer wird, hätte zur Sanierung der Trogstrecke eigentlich schon vor Ostern bekannt sein sollen, wie die Planung und Umsetzung nun konkret weitergehen soll. So hieß es von Stadtbaurätin Irina Krantz und der Stadtpressestelle Anfang März. „Derzeit warten wir hier noch auf die Rückmeldung des Ingenieurbüros Grassl – die Planungen liegen bisher noch nicht vor“, schrieb die Pressestelle damals.

Doch eine Information blieb aus. Das steigert nicht nur in der Bevölkerung den Frust, sondern auch in der Politik. Auf Nachfrage von Andreas ten Hove (SPD) im Stadtentwicklungsausschuss des Rats in der vergangenen Woche erklärte Irina Krantz: Neue Information zur Planung und Umsetzung der Trog-Sanierung werde es in zwei Wochen geben. Am 4. Mai tagt der dafür zuständige Ausschuss des Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE) öffentlich ab 17 Uhr im Schulungsraum des neuen BEE-Werkstattgebäudes. Alle Interessierten können an der Sitzung als Zuschauer teilnehmen.

Experimentelles Verfahren soll gegen Feuchtigkeit helfen

Im Sommer 2020 war die zunächst auf etwa fünf Millionen Euro geschätzte Sanierung des Trogs gestartet. Etwa die Hälfte der Kosten trägt das Land Niedersachsen. Mittlerweile ist von erheblichen Kostensteigerungen auszugehen, doch Details nennt die Stadt noch nicht. Im Spätsommer oder Herbst 2022 sollte die Sanierung des Beton-Bauwerks aus den 1970er-Jahren eigentlich beendet sein, hieß es am Anfang. Doch erst während der Arbeiten fiel auf, wie viel Pfusch vor Jahrzehnten betrieben worden sein muss. Die Feuchtigkeit dringt aufgrund der Fehler der Vergangenheit immer wieder in den Trog ein.

Das zuständige Planungsbüro will daher ein experimentelles, bislang noch nicht erprobtes Verfahren anwenden, um das Problem endgültig zu beheben. Man habe sich entschieden, künftig mit dem und nicht mehr gegen das Wasser zu arbeiten, hieß es zuletzt. Dafür wird auf die Betonschale des Trogs eine wellenförmige Drainageschicht gebracht, mit der sich Wasser sammeln und kontrolliert leiten lässt – so weit die Theorie. Ob das auch in der Praxis so umgesetzt werden kann, wird dann wohl am 4. Mai besprochen.

Die wichtige Verkehrsader wird in normalen Zeiten pro Werktag von bis zu 8000 Fahrzeugen passiert. Auch etwa 340 Fußgänger und 1230 Radfahrer durchqueren die Südumgehung täglich. Derzeit kann der Trog durchfahren werden, doch Autos dürfen nur im Schneckentempo fahren.

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