Hamburg „Digital Art Museum“: Hamburg bekommt das größte Digitalmuseum Europas
Vergleichbares gibt es nur in Tokio und Shanghai. Wer mit digitaler Kunst bisher wenig anfangen kann, der wird nach einem Besuch in Hamburg ab 2025 womöglich umdenken.
Es heißt Museum, doch vom Ambiente angestaubter Kunstsammlungen ist es denkbar weit entfernt: Am Mittwoch war in der Hamburger HafenCity Baustart für das Digital Art Museum nach dem Vorbild der gleichnamigen Einrichtung in Japan. Die Hansestadt will sich mit der spektakulären Erlebniswelt zum Hotspot für digitale Kunst aufschwingen.
„Das wird für Norddeutschland ein neues Kultur-Highlight“, versprach Initiator und Xing-Gründer Lars Hinrichs beim ersten Spatenstich am Baakenhafen. Entstehen werde das erste Museum in Europa, „das digitale Kunst in einer solchen Dimension erlebbar“ mache.
Auf 6500 Quadratmetern ist eine Ausstellung so genannter immersiver Kunstwerke geplant, also Projektionen, in die Betrachter mit allen Sinnen eintauchen können. Im Unterschied zu üblichen immersiven Digitalschauen – aktuell in Hamburg mit der Kunst von Frida Kahlo – will das Art Museum mehr liefern als eine bloße Vervielfältigung bekannter Werke. Besucher könnten in „grenzenlose, sich ständig verändernde Kunst eintauchen, umherwandern, sie erforschen, eine neue Welt mit anderen erschaffen und entdecken“, so die Ankündigung.
Die Werke würden sich dabei gegenseitig beeinflussen, Beziehungen mit den Menschen eingehen, Grenzen überschreiten. All das nach dem Motto: „Touch. Be touched“ (Berühren. Berührt werden).
Das Konzept stammt vom Künstlerkollektiv TeamLab, das damit in Tokio und Shanghai bereits Erfolge feierte. In der japanischen Hauptstadt hatte die Ausstellung im ersten Jahr 2,3 Millionen Besucher. Für Hamburg rechnet Hinrichs mit zunächst 700.000 zahlenden Gästen. Die Eröffnung ist für 2025 vorgesehen, Tickets können ab sofort bestellt werden.
Das Museum wird größtenteils unterhalb der Erde liegen, der Zugang vom Amerigo-Vespucci-Platz erfolgt ebenerdig über ein großzügiges Foyer. Besucher dürfte in den Ausstellungsräumen ein Gefühl von Kathedrale ergreifen: Die Decken erreichen eine Höhe von bis zu zehn Metern.
Das Digital Art Museum ist Teil des Bauquartiers Tide in der östlichen HafenCity, für den nun die Arbeiten begonnen haben. Gesamtinvestitionen: rund 600 Millionen Euro. In mehreren, bis zu 15 Stockwerken hohen Gebäuden entstehen insgesamt 600 hochwertige Eigentums- und Mietwohnungen – und das in doppelter Wasserlage zur Norderelbe und zum Baakenhafen hin. Die edlen Eigentums-Appartements kosten laut Projektentwickler ECE ab 14.000 Euro pro Quadratmeter.
Zum Tide-Ensemble zählen aber auch 370 Wohneinheiten für Studierende und Auszubildende. Die möblierten Einzelwohnungen sind 21 Quadratmeter groß, die Miete soll bei rund 500 Euro liegen, inklusive Möblierung und Nebenkosten.