Land weist zu So viele neue Geflüchtete muss die Stadt Emden aufnehmen
Das Innenministerium hat eine neue Zuweisungsquote erlassen. Die bringt vorerst Klarheit unter anderem für die Nordseehalle.
Emden - Jetzt steht vorerst fest, wie viele neue Geflüchtete die Stadt Emden bis Ende September aufnehmen muss. Nach dem aktuellen Erlass des Innenministeriums sind es auf das Land Niedersachsen gerechnet rund 17.000 Menschen, sagte Constantin Strauch, Leiter des Fachdienstes Wohnen im Sozialausschuss des Emder Rats am Mittwoch. Für Emden sind es 119 Personen. Allerdings: Weil Emden schon die letzte Zuweisungsquote mehr als erfüllt hatte, wird ihr das angerechnet. Deswegen sind nur noch 40 Menschen bis Ende September aufzunehmen. So ist zumindest der aktuelle Stand. Sollte etwas völlig Unvorhersehbares eintreffen, könnten der Stadt auch mehr Geflüchtete zugewiesen werden, sagte er.
Bleibe es allerdings bei den angekündigten 40 Menschen, so sei keine Sammelunterkunft nötig. „Wir können sie dann alle dezentral in Wohnungen unterbringen“, erklärte er. Seit dem 6. April seien alle Geflüchteten, die bereits in Emden sind, in Wohnungen untergebracht. Die meisten von diesen seien durch die Stadt angemietet. Die Nordseehalle war als Sammelunterkunft für ukrainische Kriegsvertriebene schon im Januar aufgelöst worden, dort hatte dann die Eiszeit stattfinden können. Seitdem wird sie wieder als Austragungsort für Veranstaltungen genutzt - unter anderem für Events, die eigentlich für das Festspielhaus am Wall geplant waren. Das aber wird wohl erst zum Herbst fertig saniert sein.
Barenburgschule soll für Geflüchtete ertüchtigt werden
In der ehemaligen Barenburgschule sind nun auch seit Anfang April keine Menschen mehr untergebracht. Insgesamt waren über die Zeit etwa 500 Geflüchtete zunächst in der Schule gelandet, bevor sie in eine Wohnung umziehen konnten, so Constantin Strauch. Die Schule soll nun aber noch nicht wieder für andere Nutzungen freigegeben werden, sagte Stadtrat Volker Grendel. Im Gegenteil: Man wolle sie noch ertüchtigen für den Winter. Es könne sein, dass nach dem September mit einer neuen Zuweisungsquote wieder deutlich mehr Menschen in Emden eine Unterkunft brauchen. Die Schule habe sich als erstes Aufnahme-Zentrum als sinnvoll erwiesen. Die Cassens-Villa in Larrelt soll außerdem weiterhin ein Zuhause für ukrainische Familien sein, sagte Constantin Strauch. Dort leben derzeit 43 Personen.
Man sei jetzt erst einmal „sehr dankbar über eine Atempause“, sagte Volker Grendel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zuständigen Fachdienste hätten „unzählige Überstunden“ gemacht, um die Geflüchteten adäquat zu betreuen und unterbringen zu können. Er sei auch „sehr froh“ darüber, dass man die größte Veranstaltungshalle ihrer Art in der Region, die Nordseehalle, als Sammelunterkunft eingerichtet hatte, obwohl das für den städtischen Betrieb Kulturevents sicher schwer gewesen sei. Andere Kommunen - etwa die Landkreise Wittmund und Friesland - hätten extra Wohnraum geschaffen, teilweise mit Container-Lösungen, der nun nicht mehr gebraucht würde. Auf den Kosten blieben die Landkreise zum Teil sitzen.