Baldiger Leer-Coach gegen Leer Colak gegen seine künftige Germania – für wen schlägt das Herz?
TuRa Westrhauderfehn tritt Sonntag in Leer an. Der TuRa-Trainer könnte die Abstiegsnot seines künftigen Teams vergrößern. Wie geht er damt um?
Leer - Für Fußballtrainer Erhan Colak steht am Sonntag eine ganz besondere Partie auf dem Spielplan. Der scheidende Trainer von TuRa 07 Westrhauderfehn tritt mit seiner aktuellen Mannschaft bei seinem zukünftigen Team von Germania Leer an. Zudem stecken die Germanen im Abstiegskampf. Droht da ein Interessenskonflikt?
Sie spielen gegen Ihren künftigen Verein, für den eine Menge auf dem Spiel steht. Haben Sie so eine Konstellation schon einmal erlebt?
Erhan Colak: Als Spieler gab es das schon mal. Das war deshalb eine andere Situation. Als Trainer ist so ein Aufeinandertreffen auch für mich neu und etwas ganz Besonderes.
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TuRa kann weder auf- noch absteigen. Für Germania geht es um Punkte gegen den Abstieg in die Kreisliga. Wäre es da nicht völlig menschlich, wenn Sie nicht auch ein bisschen mit den Leeranern sympathisieren würden?
Colak: Ja, es mag Menschen geben, die so denken. Auf mich trifft das nicht zu. Meine Verbindung zu Germania Leer wird für diese 90 Minuten ruhen. Ich will als Trainer immer gewinnen und mich beweisen. Ich stelle meine Mannschaft so ein, dass wir möglichst als Sieger den Platz verlassen. Leer muss die nötigen Punkte in den anderen Spielen holen.
Wenn TuRa aber verlieren sollte, werden hinterher möglicherweise Stimmen laut, Sie hätten als Trainer Fehler gemacht und nicht die beste Elf aufs Feld geschickt. Haben Sie mal kurz darüber nachgedacht, in diesen 90 Minuten ihr Amt bei TuRa ruhen zu lassen und sich auf die Tribüne zu setzen?
Colak: Nein, den Gedanken habe ich nie gehabt. Ich bin mir bewusst, dass es bei einer TuRa-Niederlage Leute geben wird, die sich solche Kritikpunkte heraussuchen. Da stehe ich aber drüber. Denn ich werde niemals etwas abschenken. Ich bin Sportsmann und gebe immer 100 Prozent für meine Mannschaft. Das weiß der Verein und das wissen auch meine Spieler.
Trotz allem wäre ein Sieg für Germania nicht völlig unrealistisch.
Colak: Unsere Formkurve zeigt sicherlich nach unten. Wir haben es zuletzt nicht geschafft, gegen den Vorletzten der Tabelle zu gewinnen und am Sonntag gegen Schlusslicht Suurhusen sogar 0:2 verloren. Aber es haben da auch sieben Stammspieler gefehlt. Wir haben uns ja kürzlich von unserer kompletten Offensivreihe getrennt. Und die vier Akteure waren an über 80 Prozent unserer Tore beteiligt. Die fehlen natürlich, auch wenn die jungen Spieler aus der U23 ihre Sache sehr gut machen.
Welches Ergebnis wünschen Sie sich denn nun für die Begegnung am Sonntag in Leer?
Colak: Es ist sicher ein Spiel, das wir auch verlieren können. Aber ich will als Trainer unbedingt gewinnen. Ob 1:0 oder 5:0, das ist mir letztlich egal. Ich will die drei Punkte. Und das meine ich sehr ernst!