Hamburg  Schlagerstar Stefanie Hertel sichert sich Musicalrolle in Kloschlange

Yannik Jessen
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Von Yannik Jessen
| 28.04.2023 10:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Stefanie Hertel spielt im Musical „Tanja“, die umschwärmte Freundin von Hauptfigur Donna. Foto: dpa/ Stage Entertainment
Stefanie Hertel spielt im Musical „Tanja“, die umschwärmte Freundin von Hauptfigur Donna. Foto: dpa/ Stage Entertainment
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Teenie-Schlagerstar, Volksmusikheldin – und jetzt Musicaldarstellerin: Stefanie Hertel tritt noch bis Ende Mai in „Mamma Mia“ auf. Welche Rolle sie eigentlich spielen wollte – und auf welche kuriose Weise sie zur Rolle kam.

Von einer Rolle im Musical „Mamma Mia“ hat Stefanie Hertel schon lange geträumt. Seit Kindertagen ist die 43-Jährige ein riesiger ABBA-Fan. Dass sie jetzt als Tanja auf der Bühne in der Neuen Flora in Hamburg steht, hat sie vor allem einer glücklichen Begegnung vor der Damentoilette zu verdanken. Auch wenn sie vor ihrem Engagement eigentlich eine andere Rolle im Kopf hatte.

„Also zu Beginn hatte ich schon eher die Rolle der Donna im Kopf“, verrät Hertel im Interview mit der Redaktion. Donna ist die Mutter von Hauptfigur Sophie. Diese lebt gemeinsam mit ihrer Mutter auf einer griechischen Insel, wo sie ein Hotel leiten. Zu ihrer Hochzeit will Sophie auch ihren Vater einladen. Das Problem: Ihre Mutter weiß nicht, wer ihr Vater ist.

„Im Nachhinein bin ich sehr sehr froh, dass wir uns für die Rolle der Tanja entschieden haben“, gibt Hertel zu, „sie ist unglaublich lustig und mittlerweile für mich eine absolute Lieblingsrolle im Musical.“ Tanja ist eine alte Schulfreundin von Mutter Donna. Die mehrfach geschiedene Frau zieht auf der Insel vor allem die Blicke der jungen Männer auf sich.

Für Hertel war es kein Problem in die Rolle zu schlüpfen. „Man muss sich nicht zu hundert Prozent mit einer Rolle identifizieren. Natürlich sehe ich Parallelen zu Tanja, aber es gibt auch Eigenschaften, die gar nicht meiner Natur entsprechen“, sagt sie. Gerade das mache den Reiz im Musical aus.

„Wenn ich als Stefanie Hertel auf der Bühne stehe, will ich authentisch sein und muss mich mit mir identifizieren können. Das ist im Musical anders und deshalb ist es total klasse, genau das mal zu spielen.“ Der Weg dahin war allerdings auch für einen Profi wie Hertel eine große Herausforderung.

Alles müsse zu hundert Prozent sitzen, damit es zu den Kollegen und dem Gesamtkonzept passt. Gerade weil Musicals eben nicht improvisiert sind. „Alles ist eine ganz durchdachte und kreierte Show“, sagt Hertel. Im Gegensatz zu ihren Konzerten seien die Darsteller im Musical austauschbar, deshalb sei es so wichtig, dass jeder immer wisse, was der andere auf der Bühne tut. Niemand dürfe vom Plan abweichen.

Das Hertel in der Neuen Flora auftreten kann, hat sie auch einem glücklichen Zufall zu verdanken. „Ich stand auf einer privaten Feier an der Damentoilette an und bin mit der Frau hinter mir ins Gespräch gekommen“, erzählt sie. Im Laufe des Gesprächs kam raus, dass es sich bei der Frau um die Producerin von Stage Entertainment handelt. „Ich habe geäußert, dass ich großer Abba-Fan bin und dass ich große Lust hätte, da mal mitzuspielen. Das hat sie dann mitgenommen und dazu noch meine Handynummer.“

Irgendwann sei dann die Anfrage gekommen und Hertel war sofort Feuer und Flamme. Glück spielt laut ihr im Showbusiness generell eine große Rolle. „Aber ich denke auch das Dranbleiben. Man kennt ja die Geschichten und die gibt es zuhauf von erfolgreichen Künstlern, die eben nicht von jetzt auf gleich erfolgreich geworden sind“, erklärt Hertel.

Junge Menschen müssten vor allem zwei Dinge mitbringen: Leidenschaft und Kritikfähigkeit. Bereit sein auf der Bühne alles zu geben und sich komplett zu verausgaben sei eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Karriere.

Genauso müsse man sich Kritik immer anhören, sein Ego hinten anstellen und akzeptieren, wenn Menschen Dinge anders wahrnehmen.„Ich glaube, es ist ganz wichtig, eben da immer wieder an sich zu arbeiten, sich immer wieder neu zu erfinden, immer wieder bereit dazu zu lernen.

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