Geranienmarkt am 7. Mai  Verkaufsoffener Sonntag in Aurich – Verdi schaut genau hin

| | 28.04.2023 17:48 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Geranienmarkt lockt stets Besuchermassen in die Auricher Innnenstadt. Foto: Archiv/Ortgies
Der Geranienmarkt lockt stets Besuchermassen in die Auricher Innnenstadt. Foto: Archiv/Ortgies
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Zum Geranienmarkt am Sonntag, 7. Mai, öffnen in Aurich die Geschäfte. Diesmal auch im Caro. Doch die Gewerkschaft Verdi spricht eine Warnung aus.

Aurich - Zum Geranienmarkt am Sonntag, 7. Mai, sind in Aurich die Geschäfte geöffnet – diesmal auch im Einkaufszentrum Caro (ehemals Carolinenhof). Das war im vergangenen Jahr anders. Da hatte die Stadt die Sonntagsöffnung nur für die Fußgängerzone genehmigt, also für die unmittelbare Umgebung des Geranienmarktes auf dem Marktplatz.

Grund waren Einwände der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Nach dem Ladenöffnungsgesetz muss ein besonderer Anlass vorliegen, der den zeitlichen und örtlichen Umfang der Sonntagsöffnung rechtfertigt. Der Geranienmarkt, der dieses Jahr zum 26. Mal veranstaltet wird, geht als Traditionsveranstaltung im Sinne des Gesetzes durch, ist also Anlass genug für einen verkaufsoffenen Sonntag. Eine Veranstaltung auf dem Marktplatz rechtfertige jedoch nicht die Öffnung des Caro, hatte Verdi argumentiert. Der räumliche Zusammenhang fehle.

Zwei Blumenhändler im Caro

Der Kaufmännische Verein (KV) Aurich hat nun einen Kniff gefunden: Der Geranienmarkt wird auf den Caro ausgedehnt. Zwei externe Blumenhändler werden dort ihre Waren anbieten. „Sie freuen sich schon“, sagt Caro-Sprecherin Katrin de Buhr. Die Gewerkschaft Verdi wird ganz genau hinschauen, ob es im Caro tatsächlich auch einen Geranienmarkt gibt. „Wir werden das überprüfen“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär André Belger.

Er habe sich mit dem Bürgermeister und Vertretern der Kaufmannschaft getroffen und das Für und Wider zum Thema Caro besprochen, berichtet Belger auf Anfrage. Die Stadt habe zunächst pauschal erklärt, dass der Caro zur Innenstadt gehöre. Entscheidend sei jedoch, dass er auch Teil der Veranstaltung sei. „Der Veranstaltungswille muss über dem Verkaufsangebot stehen.“ Heißt: Der Geranienmarkt muss der Hauptanziehungspunkt sein. Die geöffneten Geschäfte dürfen nur Beiwerk sein. Sollte das am 7. Mai nicht der Fall sein, werde Verdi das „im Nachhinein beklagen“, versichert Belger. Insgesamt bestehe jedoch ein vertrauensvolles Verhältnis zur Stadt Aurich, erklärt der Gewerkschaftssekretär auf Nachfrage. „Beide Seiten haben sich nicht gescheut, die Karten auf den Tisch zu legen.“

Rossmann ist nicht dabei

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den Geranienmarkt und den ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres. Gartenfreunde können sich von 9 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz mit Blumen und allem, was dazugehört, eindecken. Rund 25 Beschicker verwandeln den Marktplatz in ein Blumenmeer. Von 13 bis 18 Uhr sind die Geschäfte geöffnet.

Auf dem Geranienmarkt dreht sich alles um Blumen. Foto: Archiv/Ortgies
Auf dem Geranienmarkt dreht sich alles um Blumen. Foto: Archiv/Ortgies

Im Caro machen rund 80 Prozent der Betriebe mit, wie Sprecherin de Buhr mitteilt. Zunächst habe man Überzeugungsarbeit leisten müssen. „Aber jetzt sind alle begeistert.“ Von den größeren Geschäften sei nur die Drogeriekette Rossmann nicht dabei. De Buhr hofft, dass der Pflanzenhandel im Caro nicht auf den Tag des Geranienmarktes beschränkt bleibt. „Wir hätten wahnsinnig gerne einen Blumenladen im Caro.“

„Alles ist leicht und fröhlich“

Heida Haltermann vom Modehaus Silomon freut sich auf die ganz besondere Stimmung, die nach ihrer Erfahrung an verkaufsoffenen Sonntagen in der Stadt und in den Geschäften herrscht. „Alles ist leicht und fröhlich. Die Stunden vergehen wie im Flug.“ Aurich sei ein Anziehungspunkt für Menschen aus ganz Ostfriesland. „Das sehen wir an den Autokennzeichen“, sagt der KV-Vorsitzende Udo Hippen. Auch unter Urlaubern habe sich Aurich als zentraler Ausflugsort etabliert, meint de Buhr. Der Caro profitiere vom Tourismus.

Straßenmusiker und der Drehorgelspieler Heinz-Wilhelm Schnieders werden den Tag in der Fußgängerzone begleiten. Neben den örtlichen Gastronomen bieten auch Schausteller Speisen und Getränke an. Auf dem Georgswall wird von 14 bis 18 Uhr ein Kinder- und Familienfest gefeiert. Zauberei und Ballonmodellage in der Norderstraße, ein Bücherflohmarkt vor dem Geschäft Schuh-Mann und ein Flohmarkt im Carolinengang runden das Angebot ab. Anmeldungen zum Flohmarkt sind telefonisch unter 0151/68190399 (Arno Fecht) und per E-Mail an slaapmooi@gmail.com möglich.

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