Natur in Ostfriesland Der Raps steht in der Blüte – fünf Fakten zur Super-Pflanze
In der Krummhörn gibt es Rapsfelder, so weit der Blick reicht. Was kann die Pflanze? Und darf man die Felder zum Fotografieren betreten? Wir haben die Antworten.
Krummhörn - Gelbe Felder, soweit der Blick reicht. In der Krummhörn stehen viele Rapsfelder in der Blüte. Die Felder sind eine Augenweide und daher beliebtes Foto-Motiv bei Einheimischen und Touristen. Fünf Fakten über die Super-Pflanze:
Was kann Raps?
„Raps ist eine Ölpflanze, die auch unter den hier herrschenden Klimabedingungen gute Erträge liefert“, sagt Wolfgang Ehrecke, Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In der Regel können 30 bis 45 Dezitonnen (eine Dezitonne sind 100 Kilogramm) pro Hektar geerntet werden. Unter guten Bedingen - etwa auf den Marschböden in Ostfriesland - sind auch 60 Dezitonnen pro Hektar möglich. Der Ölgehalt der Körner liegt laut Landwirtschaftskammer bei 43 bis 46 Prozent. Aus einem angebauten Hektar Raps kann man also 1500 bis 2000 Liter Rapsöl herstellen. Laut Wolfgang Ehrecke wird das Öl aber nicht nur als Speiseöl verwendet. Auch in der Herstellung von Kraftstoff (Rapsölmethylester, Biodiesel) und technischen Ölen findet es Verwendung.
Was und warum
Darum geht es: fünf Fakten über Raps.
Vor allem interessant für: alle, die sich für Pflanzen und schöne Fotomotive interessieren.
Deshalb berichten wir: bei einer Fahrt durch die Krummhörn fallen einem die schönen Felder auf. Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de
Bei der Ölgewinnung verbleibt Presskuchen oder Rapsextraktionsschrot. Beides eignet sich laut Landwirtschaftskammer gut für die Tierfütterung. Bei der Biodieselproduktion entstehen als Nebenprodukt Glycerin. Das wird etwa in der Kosmetik, als Frostschutz oder als Schmierstoff verwendet. Das Nebenprodukt Lecithin wird in Nahrungsmitteln wie Backzutaten, Tierfutter oder auch in der Kosmetik und Pharmazie verwendet. Die entstehenden Tenside werden für Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel gebraucht. Auch Imkerinnen und Imker schätzen den Raps als Honiglieferant: Von einem Hektar blühendem Raps können Bienen circa 40 Kilogramm Honig produzieren.
Wo wird Raps überall angebaut?
Laut Landwirtschaftskammer wird Raps in ganz Deutschland angebaut. Schwerpunkte sind Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Wie viele Landwirte in Niedersachsen Raps anbauen, konnte Wolfgang Ehrecke zwar nicht sagen, wohl aber, dass die Pflanze insgesamt auf 110.000 Hektar angebaut wird. „Unsere Pflanzenbauexperten in der Bezirksstelle Ostfriesland schätzen, dass dieses Jahr regional auf etwa 5.000 Hektar Raps angebaut wird, das ist gegenüber dem Vorjahr etwas mehr“, schreibt der Pressesprecher.
Weltweit ist der Rapsanbau in Europa vor allem in der Ukraine von Bedeutung. Rund die Hälfte des Raps-Imports in Europa kommt aus der Ukraine. Durch den dortigen Krieg ist es aber vor allem im letzten Jahr zu Engpässen gekommen - die Preise für Öle schossen in die Höhe. Außerhalb Europas wird die Pflanze vor allem in Kanada, Indien, China und Australien angebaut.
Was braucht Raps?
Um gute Erträge zu bringen, braucht die Pflanze einen mittelschweren bis schweren Boden und eine ausreichende Wasserversorgung. „Raps mag keine Staunässe, keine flachgründigen Böden, keine zu hohen Tongehalte und keine Verdichtungen“, schreibt Ehrecke. Wie bei allen Pflanzen ist auch hier die richtige Nährstoffversorgung - also Düngung - wichtig.
Raps sollte maximal alle drei, besser nur alle vier Jahre auf derselben Fläche angebaut werden. Das hat auch Vorteile für die anderen Pflanzen, die auf dem Feld angebaut werden sollen: Raps lockert als Blattfrucht enge Getreidefruchtfolgen auf, heißt es von der Landwirtschaftskammer. Das bedeutet: Betriebe, die häufig hintereinander Getreide anbauen, vermindern das Risiko bestimmter Pflanzenkrankheiten beim Getreide, wenn sie zwischendurch auf ihren Feldern Raps anbauen. „Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge gilt als wichtige Maßnahme des integrierten Pflanzenschutzes, um Kulturen und Boden gesund zu halten“, heißt es weiter.
Wo gibt es die schönsten Felder in der Krummhörn?
Wer über die Dörfer in der Krummhörn fährt, entdeckt fast überall Rapsfelder. Zwei besondere Tipps: Wenn man die Leeshauser Straße in Hamswehrum in Richtung Deichbaustelle fährt, gibt es schöne Rapsfelder, bei denen der Campener Leuchtturm im Hintergrund zu sehen ist.
Auch in der Nähe des Deiches in Pilsum gibt es schöne Felder, bei denen der Pilsumer Leuchtturm zu sehen ist.
Darf man zum Fotografieren die Felder betreten?
“Die gelben Rapsfelder sind zweifellos ein tolles Fotomotiv“, schreibt Wolfgang Ehrecke. Alle Anbauerinnen und Anbauer seien den Fotografinnen und Fotografen aber sehr dankbar, wenn sie ihre Fotos vom Feldrand aus aufnehmen. Auch dort sind Nahaufnahmen von Pflanzen möglich.
„Generell sollte man landwirtschaftliche Nutzflächen, auf denen eine Kultur gedeiht, nicht betreten, um Beschädigungen und Verschmutzungen zu vermeiden. Das gilt auch für die Fahrgassen, die es in Rapsfeldern gibt.