Dorfverein beschwert sich Keine Busse für den Emder Stadtteil Marienwehr?
In einem offenen Brief fordert der Dorfverein, dass der Emder Ortsteil besser in den Planungen zum ÖPNV berücksichtigt werden soll. Einige Einwohner fühlten sich wie „Bürger zweiter Klasse“.
Emden - In einem offenen Brief hat sich der Dorfverein Marienwehr an den Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) und an die Fraktionen des Emder Stadtrats gewandt. Kern der Forderungen: Der Emder Stadtteil Marienwehr soll besser in den Planungen des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) berücksichtigt werden.
Mitte März war der neue Busplan für Emden im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden. Er soll ab August 2024 greifen. Das Busfahren in Emden soll demnach einfacher und attraktiver werden, hieß es damals im Ausschuss.
Politische Diskussion noch nicht abgeschlossen
„Der Stadtteil Marienwehr ist der einzige Stadtteil, der in den Planungen nicht berücksichtigt wurde. Es geht uns als Dorfgemeinschaft darum, ein Anrecht auf Anbindung an den ÖPNV zu erwirken“, schreibt der erste Vorsitzende Jochen Szameit. Der Eindruck, Bürger zweiter Klasse zu sein, werde durch die Nicht-Anbindung „noch weiter verstärkt“. Zumindest die Option, mit einem Anruf-Bus in das Stadtzentrum zu kommen, sieht der Verein als „zwingend erforderlich“ und die Ausgrenzung des Ortsteils als „nicht akzeptabel“.
Laut Oberbürgermeister Tim Kruithoff sind die politischen Diskussionen zu dem Thema aber noch nicht abgeschlossen. „Eine Vergabe des ÖPNV 2025 mitsamt der notwendigen Ausschreibungen ist bisher noch nicht erfolgt“, schreibt er. Dies sei ein „langwieriges und komplexes“ Verfahren.
Kruithoff: „Kein Zeichen der Ausgrenzung“
Gleichwohl gebe es aktuell sehr schwierige Rahmenbedingungen für die Neuausschreibung des ÖPNV. Der Zuschussbedarf betrage bereits heute 2,3 Millionen Euro. Kruithoff schreibt: „Die Leistungsfähigkeit des sogenannten steuerlichen Querverbundes ist für die Finanzierung damit meines Erachtens erschöpft und eine Entscheidung zulasten des städtischen Haushaltes erachte ich als politisch eher unwahrscheinlich.“ Es sei daher möglich, dass eine Entscheidung getroffen werden könnte, die dem Wunsch des Dorfvereins nicht gerecht werden wird.
„Dies ist jedoch kein Zeichen der Ausgrenzung Ihres Stadtteils oder fehlender Wertschätzung gegenüber den Einwohnerinnen und Einwohnern des Stadtteils Marienwehr“, schreibt Kruithoff weiter. Vielmehr sei es die Folge des systematischen Problems der Finanzierung des ÖPNV sowie der Distanz zu den anderen, frequentierteren Stadtteilen sowie dem Stadtzentrum.
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