Landgericht Oldenburg Ammerländer drohte seinem Betreuer mit dem Tod
Immer wieder soll ein 67-Jähriger aus Wiefelstede in der Öffentlichkeit aggressiv geworden sein. Vielerorts hat er schon Hausverbot. Nun prüft das Gericht, ob er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist.
Westerstede/Wiefelstede/Bad Zwischenahn/Oldenburg - Mit einem renitenten und aggressiven Mann aus Wiefelstede muss sich seit Mittwoch das Oldenburger Landgericht beschäftigen. Dem 67-Jährigen werden eine ganze Reihe von Straftaten zur Last gelegt, darunter Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Die Taten von August 2022 bis Oktober 2022 waren laut Anklage so heftig, dass dem Angeklagten vielerorts ein Hausverbot erteilt worden war.
Seitdem darf der Mann weder das Amtsgericht in Westerstede betreten, noch das Gebäude der Kreisverwaltung Ammerland. Auch mehrere Arztpraxen haben gegen ihn Hausverbot verhängt. Überall hatte der Angeklagte den Ermittlungen zufolge randaliert, bedroht und beleidigt. Der 67-Jährige fühlt sich nach eigenen Angaben unverstanden. Im August vorigen Jahres wollte er im Westersteder Amtsgericht eine Anzeige erstatten. Doch dafür ist das Amtsgericht nicht zuständig. Das wurde dem Angeklagten auch erklärt.
Betreuer gewürgt
Der 67-Jährige blieb aber stur. Er wollte das Gerichtsgebäude nicht mehr verlassen. Er soll dort Justizwachtmeister angegriffen und die Hose eines Kommissars zerrissen haben. Auch in Arztpraxen und im Landkreis-Gebäude soll er randaliert haben. Nach einem Unfall hatte er laut Anklage einem Sanitäter eine Flasche gegen den Kopf geschlagen. Am Schlimmsten traf es den früheren Betreuer des Angeklagten. Diesen hatte er gewürgt, so dass der Sozialarbeiter Angst um sein Leben hatte.
Den Betreuer hatte der Angeklagte mit dem Tode bedroht. Entweder versenke er ihn in eine fünf Meter tiefe Güllegrube, oder er engagiere einen Auftragskiller hatte er ihn wissen lassen. Den Richtern am Amtsgericht in Westerstede und den Ärzten in der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn unterstellt er Lügen. Sie würden sogar Beweise vernichten.
Der Mann soll unter einer psychischen Störung leiden. Im Verfahren am Landgericht wird geprüft, ob der 67-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und ob er deswegen in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden muss. Der Prozess wird fortgesetzt.