Teestube in Greetsiel  Was gibt‘s Neues zu „Poppinga’s Alter Bäckerei“?

| | 04.05.2023 08:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
•Die Gemeinde will „Poppinga‘s Alte Bäckerei“ weiter verkaufen. Der Idee eines Betriebs durch einen Verein erteilt die Bürgermeisterin aber eine Absage. ArchivFoto: Wagenaar
•Die Gemeinde will „Poppinga‘s Alte Bäckerei“ weiter verkaufen. Der Idee eines Betriebs durch einen Verein erteilt die Bürgermeisterin aber eine Absage. ArchivFoto: Wagenaar
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Einige Greetsieler hatten vorgeschlagen, die Immobilie für einen symbolischen Betrag einem Verein zu überlassen. Doch dem erteilte die Gemeinde nun eine Absage.

Greetsiel - Bis zu ihrer Schließung vor über zwei Jahren zählte „Poppinga’s Alte Bäckerei“ in Greetsiel zu den bekanntesten Teestuben Ostfrieslands, in der auch schon prominente Gäste wie Thomas Gottschalk, Peter Maffay oder Henri Nannen zu Besuch waren. Dann begann die lange Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für das Greetsieler Traditionshaus, was zuletzt erfolgversprechend wirkte. Dann hieß es jedoch: Alles wieder auf Anfang. Ein Angebot, für das es den Zuschlag gab, war überraschend zurückgezogen worden. Seitdem sucht die Gemeinde nach einem neuen Käufer.

Was und warum

Darum geht es: „Poppinga‘s Alte Bäckerei“ in Greetsiel

Vor allem interessant für: alle Greetsieler, alle Touristen, die gern in das Fischerdorf kommen und alle, die sich für historische Gebäude interessieren

Deshalb berichten wir: wir haben uns gefragt, ob es Neues zum Verkauf der Teestube gibt.

Die Autorin erreichen Sie unter: h.weiden@zgo.de

Wie Gemeindesprecher Fritz Harders nun mitteilte, „sind mit Ablauf der Frist bei der Gemeinde Krummhörn vier Angebote eingegangen“. Zu den Inhalten der Angebote und der eventuellen Konzepte wollte er aber noch keine Auskunft geben.

Verein wollte sich um Immobilie kümmern

Eigentlich hätte gern ein Verein die Verantwortung über das historische Gebäude übernommen. Doch daraus scheint nun nichts zu werden. Mitglieder der Freien Bürgerliste Krummhörn (FBL) hatten im September in einem Brief an Rat und Verwaltung angeregt, das Gebäude zu einem symbolischen Preis an einen gemeinnützigen Verein zu verkaufen. „Ein gemeinnütziger Verein kann sowohl öffentliche Fördermittel einwerben als auch private Spenden einsammeln“, hieß es damals zur Begründung. Der Verein hätte „Poppinga’s Alte Bäckerei“ demnach verpachten und nicht selbst bewirtschaften wollen - ein Konzept, das derzeit auch bei den Greetsieler Zwillingsmühlen gut funktioniert.

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Diesen Plänen hat die Verwaltung eine Absage erteilt. „Bürgermeisterin Hilke Looden hat mich angerufen und mitgeteilt, dass der Verwaltungsausschuss beschlossen habe, dass kein Interesse an unserem Konzept besteht“, sagt Henning Paulsen (FBL), der sich für diese Variante stark gemacht hatte.

Genug Interessenten für Vereinsgründung hätte es gegeben

Per Mail habe er der Bürgermeisterin (parteilos) zuvor das Konzept vorgestellt, „das wollten wir gerne im Verwaltungsausschuss vorstellen und das hatte mir Frau Looden auch zugesagt“, sagt Paulsen. Ende März hatte es eine Infoveranstaltung zur möglichen Vereinsgründung gegeben, zu der laut Paulsen 25 Interessenten kamen. „Außerdem hat mein Kollege Klaus Keller an die 50 Adressen gesammelt“, sagt Paulsen. „Ich glaube also schon, dass wir einen Verein mit entsprechender Größe zusammenbekommen hätten.“ Über die Absage der Verwaltung zeigt sich Paulsen enttäuscht. „Schöner hätte ich es gefunden, wenn wir unser Konzept zumindest hätten vorstellen können. Doch der Wille scheint nicht da zu sein“, sagt er.

Nachdem die vorherige Pächterin Inge Ysker-Cornelius nach 38 Jahren aufgehört hatte, wurde das denkmalgeschützte Gebäude 2022 zum Verkauf ausgeschrieben. Allerdings mussten Interessenten der Gemeinde ein Nutzungskonzept vorlegen und gewährleisten, dass das Haus auch in Zukunft öffentlich zugänglich bleibt. „Die Gemeinde will Poppingas Alte Bäckerei nun erneut anbieten. Zu welchen Konditionen, muss noch abgestimmt werden“, heiß es im Januar. Derzeit kümmert sich der Bauhof der Gemeinde um die Immobilie. Sie muss saniert werden, wie auch die Gemeinde bestätigt. Die bislang unbekannten Kosten dafür soll der Käufer übernehmen, hieß es bis zuletzt.

Wie es nun weitergeht, ist nicht klar. Die Bürgermeisterin habe den Verwaltungsausschuss über die eingegangenen Kaufangebote informiert. Weitere Aussagen machte Gemeindesprecher Harders nach einer Anfrage dieser Zeitung nicht.