Pläne werden konkreter So könnte es am Emder Delft noch schöner werden
Das Planungsbüro Nexxia befragte Emder und Besucher zu deren Wünschen für den historischen Hafen in der Stadtmitte. In einem Punkt waren sich die meisten einig.
Emden - Nach dem offiziellen Ende der Verkehrsexperimente in der Neutorstraße in Emden rückt jetzt der Delft mehr und mehr in den Fokus der Stadtplaner. Das Emder Planungs- und Architekturbüro Nexxia arbeitet schon seit einiger Zeit an einem Konzept, wie der historische Hafen in der Stadtmitte künftig für Einheimische und Touristen attraktiver werden kann. Nach Angaben von Stadtsprecherin Theda Eilers soll es Mitte dieses Monats vorliegen.
Was und warum
Darum geht es: um mehr Attraktivität des Bereichs am Delft in der Stadtmitte von Emden
Vor allem interessant für: Emderinnen, Emder und Besucher der Stadt sowie alle, die vom Tourismus in Emden leben
Deshalb berichten wir: Ein von der Stadt beauftragtes Emder Planungsbüro hat Bewohner und Besucher zu ihren Wünschen befragt. Unsere Redaktion hat sich an dem Infostand umgehört. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Das Strategiepapier soll eine Grundlage bilden für den von der Stadt angestrebten Umbau dieses Bereichs. Dabei geht es vor allem um den Ratsdelft und die westliche Seite des Hafenbeckens, an dem die Straße Am Delft entlangführt. Erklärtes Ziel von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) und den Stadtplanern ist es, diesen Bereich möglichst autofrei umzugestalten. Erste Versuche dafür soll es nach dem bisherigen Zeitplan in der zweiten Hälfte dieses Jahres geben. Vorher müsse aber klar sein, wie es mit der Trogstrecke weitergeht, hieß es zuletzt.
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Wie soll sich der Delft entwickeln?
Bewohner und Gäste haben viele Ideen
In das Konzept von Nexxia sollen auch Wünsche und Anregungen von Bewohnern sowie Besuchern der Stadt einfließen. Dafür befragten Mitarbeitende des Büros am Sonnabend während der Sport- und Präventionsmeile „Gemeinsam vorbeugen“ an einem Aktionswagen viele Passanten aller Altersgruppen, unter ihnen auch zahlreiche Tagesgäste und Touristen. Die vorherrschende Meinung: Mit dem Wasser in der Stadt könnte man noch einiges mehr machen.
Ideen dafür gibt es jede Menge. Die Palette reicht von mehr Gastronomie direkt am oder auch auf dem Wasser, über eine Püntenverbindung bis hin zu einem Riesenrad und eine Rückkehr des schwimmenden Weihnachsmarktes. Herauskristallisiert habe sich aber vor allem der Wunsch nach „mehr Leben und Hafenatmosphäre“, sagte Nexxia-Geschäftsführer Karsten Uhe dieser Zeitung am Info-Stand. Häufig seien auch mehr Möglichkeiten zum Verweilen am Wasser sowie Bereiche für Kinder genannt worden.
Besseren Zugang zum Wasser gewünscht
Mehr Erlebnisangebote für Kinder notierte auch Alex Thomas auf seinem Zettel. Der 40 Jahre alte Bremerhavener verbrachte mit seiner Lebensgefährtin Doreen Ertel das Wochenende in Emden. Von Bekannten habe sie gehört, „dass es hier schön sein soll“, sagte die 42-Jährige zur Wahl des Reiseziels und bestätigte diesen Eindruck. Auf der Wunschliste des Paares standen auch ein Park-and-ride-System in die Innenstadt und mehr Gastro direkt am Wasser.
„Man kann viel mehr daraus machen“, meinte auch der Emder Egon Voß zur Zukunft des Delfts. Als gutes Beispiel nannte der 73-Jährige den Stadthafen und die Hafenmeile von Rostock: „Da ist immer was los“, sagte er dieser Zeitung. Seine gleichaltrige Ehefrau sieht das genauso: „Das Potenzial am Delft ist vorhanden“, meint sie. Das zeige sich im Sommer am Beispiel der Strandbar „Delftstrand“ am Emder Hafentor. Auf der Wunschliste des Rentnerpaares steht wie für viele andere auch mehr Barrierefreiheit mit einem fließenden Übergang von der Straße zum Wasser.
Die Verkehrsfrage ist strittig
Kein Vertun gibt es für Egon und Brigitte Voß bei der Frage des Verkehrs am Delft: „Die Straße muss für Autos ganz dicht gemacht werden“, sagte der 73-Jährige. Anders ließe sich mehr Attraktivität nicht erreichen. Die Eheleute aus Constantia benutzen das Auto selbst nur wenig. Beide fahren meistens mit ihren E-Bikes in die Stadt. Diese Meinung zur Verkehrsregelung am Delft und auf dem Rathausplatz teilen aber nicht alle Befragten, berichtete Karsten Uhe. Es gebe auch Stimmen, die dagegen sind, den Autoverkehr zu verdrängen.
Bereits vor etwa zwei Wochen hatte das Team von Nexxia in einer internen Runde auch Akteure unter anderem aus Gastronomie, Hafenwirtschaft und Kultur zur Neugestaltung des Delfts gehört. Über die Ergebnisse ist öffentlich bislang nichts bekannt geworden. Wenn genau das Konzept von Nexxia vorliegen wird, steht laut der Pressestelle der Stadt noch nicht fest. Die Ergebnisse sollen zunächst dem Rat und der Verwaltung vorgestellt werden.