Hohn Flugzeugunglück nahe Kiel: Zwei Piloten sterben beim Start von Trainingsflug
In Hohn in Schleswig-Holstein hat sich am Montag ein tragischer Flugzeugunfall ereignet. Zwei Menschen sind dabei gestorben.
In Hohn bei Rendsburg hat sich am Montag, 15. Mai, ein Flugzeugabsturz auf dem Flugplatz der Bundeswehr ereignet. Wie ein Sprecher von Airbus Defense, zu dem der verunglückte Learjet gehört, mitteilte, kamen dabei zwei Piloten ums Leben.
Sie wollten von Hohn aus zu einem Trainingseinsatz mit Fluglotsen der deutschen Luftwaffe über Norddeutschland abheben. „Das Flugzeug stürzte beim Start innerhalb des Luftwaffenstützpunktes auf den Boden, was zum tragischen Tod der beiden Piloten an Bord führte“, so der Airbus-Sprecher Martin Agüera. Beide Todesopfer sind demnach männlich. Nähere Angaben etwa zu Alter oder Herkunft konnte der Sprecher nicht machen. Der Flugzeugabsturz ereignete sich laut Polizei um etwa 12.45 Uhr neben der Startbahn, knapp 400 Meter vom Westtor entfernt.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reagierte am Rande des Übergabeappells des Territorialen Führungskommandos in Berlin bestürzt. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der beiden Verstorbenen. Ihnen gilt in diesen schweren Stunden unser tief empfundenes Mitleid. Was den fürchterlichen Unfall und damit den Tod zweier Menschen verursacht hat, ist nun Gegenstand der Untersuchung.“
Schnell war die Feuerwehr der Bundeswehr vor Ort. Auch die Kriminalpolizei und die Feldjäger der Bundeswehr waren im Einsatz. Sie deckten die Reste der Maschine mit einer gelben Plane ab – auch um diese Wrackteile vor dem Regen zu schützen, der zwischenzeitlich einsetzte. „Die Untersuchung wird von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) in Braunschweig vorgenommen“, so Agüera. Drei Flugunfalluntersucher trafen am Nachmittag in Hohn ein.
Sie schauten sich das Wrack aus der Nähe an, machten Fotos, befragten Zeugen. Außerdem wurden mobile Sichtschutzwände auf dem Gelände aufgebaut. Später ließen die Experten auch eine Drohne über der Unfallstelle fliegen. „Wenn nötig, können wir das verunglückte Flugzeug für weitere Untersuchungen nach Braunschweig bringen lassen“, sagte BFU-Sprecher Germout Freitag.
Für die Ermittlungen zum Absturz ist die Staatsanwaltschaft Kiel zuständig. Henning Hadeler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kiel: „Wir führen ein Todesermittlungsverfahren, werden Zeugen vernehmen und in Abstimmung mit der BFU alle Beweismittel zusammentragen, um die Absturzursache zu klären.“ Eine Dezernentin der Staatsanwaltschaft und Ermittler der Kripo seien vor Ort. „Das Todesermittlungsverfahren dient auch dazu, zu klären, ob ein Anfangsverdacht für strafbare Handlungen besteht“, so Hadeler weiter. Dazu können zum Beispiel Wartungsfehler beim Flugzeug zählen.
Der abgestürzte Learjet gehört zur Airbus-Tochter GFD GmbH (ehemals Gesellschaft für Flugzieldarstellung). Diese ist im Auftrag der Bundeswehr tätig. Hauptsitz ist der Nato-Flugplatz in Hohn bei Rendsburg.
Bereits Anfang des Jahres hatte die GFD in Hohn für Schlagzeilen gesorgt: Ein Flugzeug hatte während des Steigflugs über dem Raum Rendsburg Teile des Triebwerks verloren. Wochen später hatten Polizeischüler in Rendsburg und Osterrönfeld nach den Bruchstücken gesucht.
(mit dpa-Material)