Absage schockt Organisatoren  Ostfriesland-Cup-Hammer - Kickers Emden verzichtet auf Teilnahme

Georg Lilienthal
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Von Georg Lilienthal
| 16.05.2023 12:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Solch ein Bild wird es künftig nicht mehr geben: Kickers Emden verzichtet auf die Teilnahme am Ostfriesland-Cup. Hier ein Archivbild vom Turniersieg 2021. Archivfoto: Damm
Solch ein Bild wird es künftig nicht mehr geben: Kickers Emden verzichtet auf die Teilnahme am Ostfriesland-Cup. Hier ein Archivbild vom Turniersieg 2021. Archivfoto: Damm
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Herber Rückschlag für den Ostfriesland-Cup: Kickers Emden teilte den Verantwortlichen am Montagabend mit, am diesjährigen Turnier nicht teilzunehmen.

Emden - Für Ostfriesland-Cup-Organisator Manfred Bloem war es ein „Schock-Anruf“, der ihn am Montagabend um 20.30 Uhr erreichte. Am Handy meldete sich Henning Rießelmann vom BSV Kickers Emden. Der neue Fußballchef des künftigen Oberligisten hatte keine frohe Botschaft parat. Er teilte Bloem mit, dass der BSV in diesem Sommer nicht am Ostfriesland-Cup teilnehmen wird.

„Es passt einfach nicht in unseren Vorbereitungsplan“, sagt Rießelmann. „Das Turnier belegt gleich vier Termine. Und dann haben wir noch Transferspiele gegen VfB Oldenburg und Großefehn und machen ein fünftägiges Trainingslager auf Borkum“, erklärt der Kickers-Mann. „Und so gerne wir auch mal bei kleinen Vereinen in Ostfriesland antreten, benötigen wir in der Vorbereitung auch ein paar höherklassige Gegner, wenn wir in der Oberliga etwas erreichen wollen.“

Henning Rießelmann, der aus Dinklage stammt, hatte vom Ostfriesland-Cup zuvor noch nie etwas gehört. Er traf sich am Freitag vor dem Kickers-Spiel in Emden mit den Organisatoren Manfred Bloem und Ewald Adden. „Danach habe ich mit den Spielern und mit Stefan Emmerling gesprochen.“ Offenbar wollten auch Trainer und Mannschaft nicht die gesamte Saisonvorbereitung nach dem Terminplan des Ostfriesland-Cups ausrichten. So entschloss sich Henning Rießelmann zur Absage. „Wir sind wirklich nicht hochnäsig. Aber so viele verpflichtende Spiele passen nicht zur gezielten Vorbereitung auf die Oberliga-Saison.“

Bloem maßlos enttäuscht

Bloem nahm die Absage zur Kenntnis. „Wir sind maßlos enttäuscht“, sagt er. „Mit Kickers Emden verabschiedet sich das ,Bayern München Ostfrieslands‘. Ohne das Zugpferd ist natürlich auch das gesamte Projekt gefährdet.“

Bloem und Adden hoffen trotz des Dämpfers aus Emden auf Spaß und viele Zuschauer bei ihrem Großereignis. Die Absage des BSV Kickers wirft natürlich auch einen Teil der Planungen über den Haufen. „Wir werden jetzt auch das Finale nicht im Kickers-Stadion austragen, obwohl es uns trotzdem angeboten wurde“, sagt Bloem.

Die Organisatoren wollen sich nun nicht im Vorfeld auf den Finalort festlegen. „Die klassenniedrigere Mannschaft erhält Heimrecht.“ Und sollten bei der sechsten Auflage des Ostfriesland-Cups zwei Bezirksligisten das Endspiel erreichen, darf sich der Sieger des ersten Halbfinales auf die Finalkulisse freuen. Allerdings macht Manfred Bloem da gewisse Einschränkungen. So müsse der Gastgeber über einen Rasenplatz und eine großzügige Anlage verfügen. „Strudden käme für uns beispielsweise nicht in Frage.“ Die Anlage sei zu klein und die Bundesstraße gleich daneben auch zu laut.

Neuer Finaltermin

Vorgesehen war das Finale – laut Bloem auch mit Rücksicht auf den BSV – am Dienstag, den 1. August. Das Spiel soll nun auf den Samstag (29. Juli) vorverlegt werden, auch wenn an dem Wochenende bereits die erste Bezirkspokal-Runde ausgetragen wird.

Die Emder Absage wirkt sich auch auf die Qualifikationskriterien aus. Neben Landesligist GW Firrel und fünf Kreisligisten werden nun zehn statt neun Bezirksligisten starten. Um Platz zehn streiten sich nach aktuellem Stand SF Larrelt, Germania Wiesmoor, TuS Strudden und der FC Norden.

All diese neuen Planungen könnten theoretisch noch über den Haufen geworfen werden. „Noch geben wir die Hoffnung auf ein Umdenken in der sportlichen Leitung des BSV nicht auf und lassen ein Hintertürchen offen“, betont Bloem. Vor einem Jahr hatte auch der TV Bunde zunächst abgesagt und dann doch einen Rückzieher gemacht. Sollte Kickers aber bei seiner Entscheidung bleiben, hätte dies auch Auswirkungen auf die zukünftigen Turniere. Das kündigte Manfred Bloem bereits an. „Kickers wäre mindestens auch für das Turnier 2024, eventuell sogar für weitere Turniere automatisch gesperrt. So sieht es unser Konzept vor.“

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