Millionen-Projekt in Emden  Es gibt noch einige Fragen zur Schwanenteich-Sanierung

| | 21.05.2023 12:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Schwanenteich-Park ist ein beliebter Treffpunkt. Foto: Hanssen/Archiv
Der Schwanenteich-Park ist ein beliebter Treffpunkt. Foto: Hanssen/Archiv
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Schon im Spätsommer könnten ersten Maßnahmen starten, doch noch sind einige Fragen ungeklärt. Müssen die Bäume an den Teichen tatsächlich fallen? Und wie sieht es mit Kostensteigerungen aus?

Emden - Das Schwanenteich-Gelände ist schon jetzt ein beliebter Treffpunkt. Familien mit kleinen Kindern finden sich beim Spielplatz ein, auf der anderen Seite des Parks wird Boule gespielt. Spaziergänge, Picknicks, einfach mal auf einer Bank sitzen und den Enten zu sehen: All das wird dort gerne gemacht. Um die Aufenthaltsqualität noch zu steigern, stehen große Arbeiten an. Sie sollen rund eine Million Euro kosten, war die Kalkulation der Stadt im März vergangenen Jahres. Zwei Drittel davon tragen Bund und Land. Die ersten Maßnahmen, um dem Park seinen historischen Charme zurückzugeben, sollen in diesem Spätsommer beziehungsweise Herbst erfolgen, heißt es von der Stadtpressestelle aktuell auf Nachfrage.

Was und warum

Darum geht es: Der aktuelle Stand der Planungen zum Schwanenteich-Gelände lässt noch einige Fragen offen.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder sowie Gäste der Stadt, die gerne am Wall und am Schwanenteich spazieren gehen oder sich dort gerne ins Gras setzen

Deshalb berichten wir: Vor kurzem wurde die Planung vorgestellt, an der Jugendherberge bei der Kesselschleuse einige Erweiterungen vorzunehmen. In dem Kontext wurde auch mehrfach über die Schwanenteich-Sanierung gesprochen, um die es zuletzt etwas ruhig geworden ist. Wir wollten den aktuellen Stand erfahren und haben nachgehakt.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Wir hatten nachgefragt, was wann startet und ob dabei nun tatsächlich auch Bäume weichen müssen. Im Ausgestaltungsentwurf, der vor rund einem Jahr vorgestellt wurde, hieß es, dass „abgängige Baumreihen an den Teichen durch standortgerechte Baumarten“ ersetzt werden sollen. Für den Laien aber, der die aktuell voll begrünten Bäume sieht, stellt sich die Frage, welche davon denn abgängig sind. Ein Leser hat sich bereits sorgenvoll an diese Zeitung gewandt. Er sagt, der Bereich des Schwanenteichs sei denkmalgeschützt und das schließe auch die Bäume dort mit ein. Ein Baudenkmal nämlich könne auch Garten- oder Parkanlagen einschließen, die in ihrem Erscheinungsbild nicht beeinträchtigt werden dürften. Die Stadt antwortet denkbar schwammig beziehungsweise weicht der direkten Frage zu Baumfällungen aus.

Nach der Sommerpause soll es Details zu Kosten und Maßnahmen geben

Derzeit werde die Entwurfsplanung für die Umgestaltung des Schwanenteichgeländes durchgeführt, teilt Stadtsprecher Eduard Dinkela mit. Anschließend erfolge die Ausführungs- und Genehmigungsplanung. Der genaue Ablaufplan werde im Rahmen der Ausführungsplanung erstellt. Die ersten Maßnahmen erfolgen im Spätsommer bzw. Herbst 2023. „Erst dann können wir detailliert und konkret darüber berichten“, so Dinkela. Eine Bürgerinfoveranstaltung sei auch denkbar. Es kann aber also erst über Maßnahmen berichtet werden, wenn diese schon begonnen haben? Dazu haben wir erneut bei der Stadt nachgehakt. Am Dienstag antwortete der Sprecher: „Nein. Die Information der Politik und der BürgerInnen erfolgt vor Beginn der Maßnahmen am Schwanenteich im Spätsommer bzw. Herbst 2023.“

Auf dem Rahmenplan vom März 2022 wird unter anderem gezeigt, dass an der Uferböschung zum Roten Siel (oben) eine abgeflachte Liegewiese entstehen soll. Die Wege sollen verbessert und Bäume wie Blumen neu gepflanzt werden. Grafik: Stadt Emden
Auf dem Rahmenplan vom März 2022 wird unter anderem gezeigt, dass an der Uferböschung zum Roten Siel (oben) eine abgeflachte Liegewiese entstehen soll. Die Wege sollen verbessert und Bäume wie Blumen neu gepflanzt werden. Grafik: Stadt Emden

Es sei davon auszugehen, dass zunächst mit den Erdarbeiten zur Aufschüttung der Liegewiese am Roten Siel begonnen werde, so Dinkela. Das gesamte Gelände um den Schwanenteich muss um bis zu 30 Zentimeter erhöht und mit einer Drainage versehen werden, weil nach regenreichen Tagen das Wasser sonst lange und in großen Pfützen im Park bleibt. Anschließend werde die Einfassung der Teiche erneuert werden, erklärt der Sprecher. In dem Abschnitt könnte es also auch um die Bäume gehen. Es ist allerdings gesetzlich geregelt, dass zumindest vor dem 1. Oktober kein Baum gefällt werden darf. Am Dienstag erklärt Dinkela: „Die Details, also auch die Entnahme von potentiell abgängigen Bäumen, werden in der Entwurfsplanung, die sich momentan in der Überarbeitung befindet, beurteilt bzw. bewertet.“ Fest stehe aber, dass entnommene Bäume immer durch standortgerechte, angemessene Neuanpflanzungen ausgeglichen werden, betont er. Zu eventuellen Kostensteigerungen konnte die Stadt noch nichts Aktuelles sagen. Erst wenn die Ausschreibungen für die Arbeiten erfolgt seien, was nach der Sommerpause vorgesehen sei, könnte dazu etwas gesagt werden.

Diese Arbeiten sind laut Entwurf geplant

Im Entwurf wurden vor einem Jahr folgende Arbeiten genannt, die ebenfalls am Schwanenteich vorgenommen werden sollen: Die Uferböschung des Roten Siels wird abgeflacht und als Liegewiese ausgestaltet. Neue Bänke und Liegen werden aufgestellt. Neue Bäume werden gepflanzt, unter anderem am ehemaligen botanischen Garten (Fettens Garten). Die Rasenflächen werden neugestaltet und eine extensive Blumenwiese eingerichtet.

Die Hauptwege werden neu asphaltiert, von der Weizenmühle ein neuer Zugang geschaffen und auch die Rampe am Eingang beim Roten Siel abgeflacht. Die Radverbindung zum Herrentorviertel wird verbessert und die Boule-Bahn erneuert. „Die Arbeiten werden voraussichtlich im Sommer 2024 abgeschlossen sein“, schreibt Dinkela aktuell.

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