Berlin Polizei-Hochschuldozentin bezeichnet Polizei als „braunen Dreck“ – das steckt dahinter
Mit deutlichen Worten hat Bahar Aslan öffentlich der Polizei Rassismus vorgeworfen. Besonders brisant, weil sie als Polizei-Hochschuldozentin mehr oder weniger ihre Kollegen anzählt.
Es sind Worte, die aktuell viral gehen. „Ich bekomme mittlerweile Herzrasen, wenn ich oder meine Freund*innen in eine Polizeikontrolle geraten, weil der ganze braune Dreck innerhalb der Sicherheitsbehörden uns Angst macht. Das ist nicht nur meine Realität, sondern die von vielen Menschen in diesem Land.“
Rassistische Vorwürfe in Richtung der deutschen Polizei, die ausgerechnet aus den eigenen Reihen kommen. Die Rede ist von Bahar Aslan, die als türkischstämmige Polizei-Hochschuldozentin in Köln öffentlich auf Twitter eben diese Worte verfasste.
Aslans Tweet geht aktuell viral. Über 620.000 User haben ihren Vorwurf gelesen, mehr als 3000 Likes hat sie für ihre Worte bekommen. Der Tweet verbreitet sich rasant. Die Reaktionen reichen von Verständnis über Anfeindungen bis hin zu Erklärungsversuchen.
Und von offizieller Seite? Da hagelt es Drohungen von Konsequenzen. „Bei genauem Betrachten müssen diese Aussagen sowohl straf- als auch arbeitsrechtlich geprüft werden. Wer sich öffentlich so äußert, will die Gesellschaft spalten. Konstruktive Diskussion ja, so allerdings nicht!“, schimpft Michael Mertens, NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), im Gespräch mit Focus online. Gregor Golland, seines Zeichens Vizefraktionschef der CDU im Düsseldorfer Landtag, fordert den Rauswurf Aslans: „Wer Hass und Hetze verbreitet, muss gehen.“ Die Dozentin sei völlig ungeeignet, den angehenden Polizisten einen vorurteilsfreien Blick in Sachen Demokratie und Toleranz zu vermitteln.
Aslan selbst fordert eine „ehrliche und offene Debatte“. Sie hätte den Tweet aus der „migrantischen Perspektive“ gesprochen. Ihre Vorwürfe würden auf den Eindrücken ihrer Freundinnen fußen. Außerdem seien mit „brauner Dreck“ nicht alle Beamten gemeint. Sie selbst sei jedoch immer wieder Diskriminierungen durch die Polizei ausgesetzt. Am Montag teilte das NRW-Innenministerium mit: Aslan werde nicht länger an der Polizei-Hochschule unterrichten.