Nach Tat in Ihlow  Geldautomatensprenger in Niederlanden gefasst

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 23.05.2023 12:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Musterbanknoten liegen während einer Pressekonferenz zum Kampf gegen Geldautomatensprengungen vor einem Geldautomaten, der zu Testzwecken gesprengt wurde. Foto: Gollnow/DPA
Musterbanknoten liegen während einer Pressekonferenz zum Kampf gegen Geldautomatensprengungen vor einem Geldautomaten, der zu Testzwecken gesprengt wurde. Foto: Gollnow/DPA
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Verdächtige, die auch einen Geldautomaten in Ostfriesland in die Luft gesprengt haben sollen, sind in den Niederlanden gefasst worden. Nun geht es darum, ob sie nach Deutschland ausgeliefert werden.

Ostfriesland/Wiesbaden - Mehr als eineinhalb Jahre nach der Sprengung eines Geldautomaten in der Gemeinde Ihlow sind die mutmaßlichen Täter nun in den Niederlanden gefasst worden. Darauf wies am Dienstag das Bundeskriminalamt (BKA) hin. Am Dienstagmorgen hätten Einsatzkräfte des BKA, der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und der niederländischen Polizei insgesamt neun Wohnungen in Amsterdam, Utrecht und Helmond durchsucht.

Bei der Aktion seien fünf Beschuldigte festgenommen worden. Die Män- ner niederländisch-marokkanischer Herkunft seien zwischen 23 und 38 Jahre alt. Ihnen wird laut BKA vorgeworfen, zwischen Mai 2021 und August 2022 in Deutschland an 22 Sprengungen von Geldautomaten beteiligt gewesen zu sein – entweder direkt als Täter oder als Hintermänner. Zu diesen Taten zählen die Ermittler laut Mitteilung auch die Sprengung eines Geldautomaten in der Gemeinde Ihlow.

Der Fall in Ihlow

Dort hatte es in der Nacht auf den 2. September 2021 in Riepe zwei Detonationen in einem Gewerbegebiet gegeben, die Anwohner bemerkt hätten, wie die Polizei damals mitteilte. Unbekannte sprengten einen freistehenden Geldautomaten der Sparkasse auf einem Parkplatz an der Friesenstraße (Landesstraße 1). Das Terminal wurde damals laut Polizei durch die Explosion komplett zerstört, und auch ein naher Supermarkt wurde durch umherfliegende Trümmer beschädigt.

Die Täter flüchteten damals laut Polizei mit ihrer Beute in einem dunklen Wagen in Richtung Autobahn 31. Ihre Flucht dürfte sie zurück in die Niederlande geführt haben, wie spätestens nach den Festnahmen im Nachbarland klar ist. Seit Jahren häufen sich die Geldautomatensprengungen nicht nur im Nordwesten Deutschlands, wobei die Taten vorrangig Banden aus den Niederlanden zugeschrieben würden, wie erst kürzlich auch die Staatsanwaltschaft Osnabrück erklärte.

Den nun festgenommenen Männern werden laut BKA Sprengungen nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, im Saarland und zudem in Luxemburg vorgeworfen. Insgesamt hätten sie hierbei mehr als eine Million Euro erbeutet und Schäden in Höhe von mehr als zwei Millionen verursacht. Auch im Fall in Ihlow berichtete die Polizei von Gebäudeschäden im fünfstelligen Bereich.

Die in den Niederlanden festgenommenen fünf Männer sollen dort nun einem Haftrichter vorgeführt werden, der laut BKA auch über die beantragte Auslieferung nach Deutschland entscheiden soll.

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